Zehnfacher Nachwuchs bei den Ostpreußischen Skudden

Warstein..  Frühlingszeit ist Lämmerzeit – da machen auch die Ostpreußischen Skudden, die im Bilsteintal ein Zuhause gefunden haben, keine Ausnahme. Vor zwei Jahren haben die Bilsteintaler die bedrohte Hausschafrasse angeschafft, die zur Landschaftspflege eingesetzt werden. Zum zweiten Mal haben die scheuen Skudden in diesem Jahr gelammt. „Wir haben derzeit etwa zehn Junge“, erzählt Stefan Enste vom Bilsteintal-Verein. „Wir haben sogar ein mal Drillinge – das kommt vor, ist aber eher die Ausnahme. Je mehr Junge ein Schaf bekommt, je kleiner sind ja auch die einzelnen Lämmer.“

Hinzu kam, dass die ersten Lämmer zu einer ungünstigen Zeit auf die Welt kamen. Am 26. März gab es das erste Lamm des neuen Jahres – Schnee, Regen und Sturm machten ihnen in den ersten Tagen das junge Leben schwer. Untergebracht sind die Skudden derzeit auf dem Höhlensportplatz. „Dort ist viel Platz und es ist relativ ruhig.“

Ein Vorteil des Geländes ist auch, dass man dieses relativ gut zur Fütterung anfahren kann. Würde man die Schafe auf den Felsen überwintern lassen, auf denen derzeit noch keine Nahrung zu holen ist, wäre dies kontraproduktiv, da auch hier gefüttert werden müsste. „Es geht um die Umstellung der Pflanzenwelt an den Felsen“, erläutert Enste. „Wenn ich zufüttere, vermehren sich auch die Nährstoffe an den Felsen.“ Das wirkt der gewollten Vermagerung entgegen. „100-prozentig kann man die Zufuhr von Nährstoffen sowieso nicht vermeiden – anders als am Hohen Stein, wo man wegen der Größe des Geländes eine große Chance hat, dass die Tiere nicht auf die zu begrasende Fläche kütteln. Wir haben die Gegebenheiten nicht.“

Rund 30 000 Euro Kosten

In greifbare Nähe rückt auch die geplante Brücke am Rothirsch-Gehege. Ein Vorhaben, das mit Kosten von etwa 30 000 Euro veranschlagt ist. So soll auch der Erlös am 1. Mai in die Kasse für die Brücke fließen.

„Wir haben angefangen mit den Ausschachtungsarbeiten“, erläutert Enste. Zehn rund 90 Zentimeter tiefe Löcher für die Fundamente wurden bereits gegraben. „Das ist der Teil der Arbeiten, den wir in Eigenleistung erledigen können.“

Ein Problem gab es bei diesen Ausschachtungsarbeiten bereits. „Wir sind auf massiven Kalkstein gestoßen. Man muss gucken, ob wir die Fundamente anders konzipieren müssen. Da müssen wir mit dem Statiker sprechen.“

Ist dieses Problem ausgeräumt, kann im zweiten Schritt der Beton gegossen werden, bevor die Architekten und Zimmerleute gefragt sind. „Die Planungen sind fertig“, betont Enste. Nach diesen wird die Brücke ähnlich aussehen wie eine Scheune auf Stelzen. Die etwa 30 Quadratmeter große Fläche wird überdacht und soll Wanderern und Schulklassen Schutz bieten. Einen hervorragenden Blick in das Hirsch-Gehege wird man von dem Bauwerk aus haben. „Unser Problem ist, dass wir im Bilsteintal sehr wenig Schutzhütten haben. Mit der Brücke haben wir eine Attraktion, mit der wir die Besucher in diese wenig belaufene Ecke locken können.“

Einen Zeitplan festgesteckt haben die Bilsteintaler nicht. „Solche Sachen ziehen sich manchmal hin. Dann hängt es an Kleinigkeiten, wie dem Kalkstein.“ Er vermute aber, dass man im Sommer mit dem Bauwerk fertig sei.