Zehn Cent weniger Dividende bedeuten 600 000 Euro Verlust

Hochsauerlandkreis..  Die Berg- und Talfahrt der RWE-Aktien hält an – könnte demnächst auch für Arnsberg und Sundern ins Geld gehen: Sinkt die Dividende weiter oder fällt für 2016 ganz weg, wäre die Erhöhung der Kreisumlage eine Option zur Kompensierung – eine Umlage, die alle zwölf Kommunen im Hochsauerlandkreis zahlen müssen.

„Ich hoffe, dass es soweit gar nicht kommt“, bleibt HSK-Landrat Dr. Karl Schneider auf Anfrage zu diesem Thema zuversichtlich.

Zum Hintergrund: Kürzlich hat RWE eine neue Formel zur Berechnung der Dividende angekündigt, die die wirtschaftliche Gesamtlage stärker berücksichtigen soll. Der Energieversorger kann sich eine Ausschüttung angesichts wegbrechender Gewinne als Folge der Energiewende kaum noch leisten.

Gleichzeitig warnen die kommunalen Aktionäre, die bei RWE ein Viertel der Anteile halten und zu denen auch der Hochsauerlandkreis gehört, vor einer weiteren Kürzung der Dividende. „Auch ich kämpfe dafür, dass die Dividende konstant bleibt, hätte gern auch wieder mehr“, so Dr. Schneider dazu.

Für 2015 hat RWE die Dividende halbiert, zahlt einen Euro je Aktie. Der HSK hält sechs Millionen Anteile, hat demnach Einbußen von sechs Mio. Euro, kann aber mit der gleichen Summe als Einnahme planen. Gibt es für 2016 gar keine Aus­schüttung, fällt dieses Geld weg.

„Sechs Millionen Euro lassen sich natürlich nicht mal ebenso einsparen“, räumt Schneider ein. Weitere Einsparungen im Kreishaushalt 2016 wären demnach unumgänglich, die Erhöhung der Kreisumlage eine Option. Trotzdem will der Chef der Kreisverwaltung den Energiekonzern nicht an den Pranger ­stellen: „In den vergangenen zehn Jahren haben unsere RWE-Anteile 152 Mio. Euro Dividende für den Kreishaushalt gebracht.“ Geld, das erheblich zur Stabilisierung der Finanzsituation beigetragen habe.

RWE-Hauptversammlung im April

„Bei 31 Milliarden Euro Verbindlichkeiten ist es aus RWE-Sicht nachvollziehbar, wenn Schuldentilgung und Dividende gegeneinander abgewogen werden“, betrachtet Dr. Schneider die Situation realistisch. Darüber spekulieren, ob bis zur RWE-Hauptversammlung im April tatsächlich ein Dividendenvorschlag von unter einem Euro vorliegt, will er nicht: „Das entscheidet der RWE-Aufsichtsrat“ so Schneider. Fakt bleibt: „Jede zehn Cent Kürzung der Dividende bedeuten für den Hochsauerlandkreis 600 000 Euro Verlust“, rechnet er vor. Da versteht es sich von selbst, das die Kämmereien der Städte Arnsberg und Sundern stets ein waches Auge Richtung Essen richten...