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Wohlfahrtsverbände wollen Bleiberecht für Flüchtlinge

28.08.2009 | 17:57 Uhr

Kreis Soest. Die freien Wohlfahrtsverbände im Kreis Soest wollen ein humanes Bleiberecht für Flüchtlinge erwirken. Sie stellten gestern einen Antrag an den Kreistag und an die Räte der Städte und Gemeinden.

565 Menschen leben seit mehr als sechs Jahren als „geduldete Personen” im Kreis Soest. Rund zwei Drittel von ihnen sind zum 31. Dezember 2009 von Abschiebung bedroht, denn dann läuft die Frist der überwiegend auf Probe erteilten Aufenthaltserlaubnisse aus.

Heimat gibt es noch

Doch wo ist ihre Heimat? Natürlich gibt es noch die Orte, aus denen sie stammen - die politischen Verhältnisse zum Beispiel im Kosovo haben sich seitdem grundlegend verändert. Auch gibt es dort oft keine Verwandten mehr, sodass man in eine fremde Welt ausgewiesen würde, deren Sprache die Kinder nicht mehr sprechen.

Ziel nicht erreicht

Die Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände sowie die Kirchen im Kreis Soest unterzeichneten gestern einen Antrag an den Kreistag und die Räte der Städte und Gemeinden zur Verlängerung der Duldungsfrist. „Vor allem müssen die Anforderungen an die Sicherung des Lebensunterhaltes so korrigiert werden, dass sie der wirtschaftlichen Gesamtsituation und den Besonderheiten einer ländlich geprägten Region Rechnung tagen”, so Heinz Drucks von der Diakonie Ruhr-Hellweg.

Denn die im Sommer 2007 beschlossene Bleiberechtsregelung hat ihre Ziele für die bundesweit rund 100.000 Flüchtlinge nicht erreicht: Letztlich lief sie darauf hinaus, dass die Flüchtlinge - außer dem Kindergeld- keinerlei weiteren Anspruch auf Staatshilfe beanspruchen konnten. Kranke, traumatisierte, alte oder pflegebedürftige Menschen hatten und haben keinerlei Chance, in die deutsche Gesellschaft integriert zu werden. Die Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände im Kreis Soest macht mit ihrer Aktion auf einen sozialen Missstand in unserer Gesellschaft aufmerksam, ohne dass damit ein rechtlicher Anspruch verbunden wäre. Es geht um ein humanes Bleiberecht, das zur Verbesserung des alltäglichen Zusammenleben beitragen soll.

Rotraud Grün

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