Wildes Hochzeits-Durcheinander im Möhnetal

Mittelkompanie Allagen Theater
Mittelkompanie Allagen Theater
Foto: WP
Was wir bereits wissen
"Die letzte Unschuld vom Lande" begeistert in der voll besetzten Möhnetalhalle - den Laienschauspielern der Mittelkompanie Allagen sei Dank.

Allagen.. Die Laienschauspieler strahlen, allen hat es großen Spaß gemacht. Der Vorhang ist nach dem Dreiakter und dem riesengroßen Applaus geschlossen. „Das ist doch super angekommen.“ freut sich Burkhard Keseberg (alias Bauer Theo Moosleitner) und alle übrigen Schauspieler stimmen ihm lachend zu.

Die Stimmung ist gelöst und fröhlich man merkt deutlich, wie gut diese Truppe zusammenarbeitet. Es gibt einen Sekt. Drei Monate haben sie auf diesen großen Tag hin geprobt. Dass sich das gelohnt hat, zollt der Applaus der 250 Besucher in der vollbesetzten Möhnetalhalle in Allagen. Gespielt wurde „Die letzte Unschuld vom Lande“ ein Bauernschwank in drei Akten von Dieter Bauer.

Schon zu Beginn knallte die erste (verdiente) Backpfeife auf dieselbe des übermütigen Bauers Theo Moosleitner ( herrlich Burkhard Keseberg) und zwar von der Magd Maria (brilliant gespielt von Gerlinde Kellerhoff). Der Magd stellt der hormongesteuerte Schwerenöter Theo nämlich allzu gerne nach. Maria hat aber ein Auge auf den liebenswert stotternden Knecht Ruprecht ( begeisternd: Guido Roderfeld ) geworfen, der aber seinerseits sein Herz an die herrlich blonde Bauerstochter Franzi (emotional einmalig erfrischend: Sabine Speckenheuer) verloren hat. Diese „letzte Unschuld vom Lande“ soll unter die Haube. Das ist das große Anliegen der als etwas prüde verschrieenen Bäuerin und Mutter, Gerda Moosleitner (fabelhaft gespielt von Helma Kutscher).

Neugierige Nachbarn

Gerda hat allerdings - für alle Beteiligten unverständlich - vehement etwas gegen die Liebelei zwischen Knecht Ruprecht und Tochter Franzi. Die von ihr geschaltete Heiratsannonce im Landwirtschaftlichen Wochenblatt bringt Schwung in den Schwank. Gleich der erste etwas begriffsstutzige Kandidat Thilo Wannerberg (erstmalig dabei und fabelhaft glaubwürdig: Hubertus Struchholz) trinkt zusammen mit dem Pfarrer (großartig:Gregor Nübel) ein oder zwei Schnäpschen zuviel. Franzi brennt mit Ruprecht durch, nachdem ihre Mutter die Liaison beendet hat.

Die besonders neugierige und lästernde Nachbarin Minna ( lebendig gespielt von Carola Jürgens) trägt dazu bei, dass die Irrungen und Wirrungen auf der Bühne ihren Lauf nehmen. Der Pfarrer fährt eine Doppelschicht in Sachen Beichte, bevor sich der dritte Akt einem unerwartetem Ende zuneigt.

Das kurzweilige Stück unterhielt die Gäste in Allagen von Anfang bis Ende. Der Chef der Mittelkompanie Frank Wolter, bedankte sich bei allen Beteiligten sehr herzlich. Nach dem Theaterstück trug „RS event technologie“ mit gelungener Musik, Licht und Tontechnik zu einem noch langem, geselligen Abend bei.