Wieder 6,5 Prozent Dividende

Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Anröchte. Die Vertreterversammlung tagte  im Bürgerhaus.
Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Anröchte. Die Vertreterversammlung tagte im Bürgerhaus.
Foto: Manfred Böckmann
Was wir bereits wissen
Die Volksbank Anröchte blickt zufrieden zurück auf das Jahr 2014. Und die Mitglieder freut es angesichts der hohen Dividende auch.

Anröchte/Rüthen..  Hach, was waren das noch für Zeiten, als die Zinsen auf dem Sparbuch noch attraktiv waren.Da freuten sich die Kunden über den Zinsgewinn – und die Volksbank Anröchte über ihre Zinsmarge, die sie beim Vermitteln der Spargroschen an Kreditnehmer verdiente. Die Zeiten sind lange vorbei. Einzig die Dividende an die Mitglieder, die bleibt fürstlich.

Denn die 8833 Mitglieder, 70 mehr als vor einem Jahr, erhalten auf ihre Einlagen einmal mehr 6,5 Prozent Dividende, 237 309,55 Euro fließen auf die Konten der Mitinhaber des genossenschaftlichen Kreditinstituts. Das beschlossen die Vertreter einstimmig – ebenso wie den Jahresabschluss und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.

Vorstand Hans-Georg Funke sprach einleitend von einem „intensiven Wettbewerb“, in dem die Volksbank steht. Und da ist die aktuelle Zinssituation nicht eben hilfreich, sie „wird nicht ohne Folgen bleiben – für alle Kreditinstitute“, prognostizierte er im Bürgerhaus vor 100 Vertretern und Gästen. Man behalte die Kunden – und die Kosten – weiter im Fokus. Derzeit arbeite man einer optimal verzahnten Genossenschaftsbank – online wie offline, also sowohl im Internet als auch bei der Beratung vor Ort. Funke erwartet ein „weiter florierendes Kundengeschäft“, aber zugleich starke Herausforderungen. Ein Problem sei, dass man das Genossenschaftsmodell bei Banken kaum in anderen EU-Ländern kenne. Daher müsse man in den großen Abwicklungsfonds einzahlen, ohne eine Chance zu haben, davon profitieren zu können, da man ja nicht systemrelevant sei. Eine Lösung: Das deutsche Modell der Kreditgenossenschaft auch in andere Länder übertragen.

Herausforderung EZB

Die EZB-Geldpolitik sei eine große Herausforderung, die auch dazu führe, dass die Sparquote sinke. Funke: „Dabei muss gerade die junge und mittlere Generation privat vorsorgen.“ Trotz geringster Zinsen auf dem Sparbuch. Immerhin: „Bei uns wird es keine Negativzinsen bei unseren Privatkunden geben.“

Wie gut es der Volksbank Anröchte geht, verdeutlichte Vorstand Klaus Köster. Die Bilanzsumme sei um zehn Millionen Euro („eine stattliche Zahl“) auf 278 Millionen gestiegen. Das betreute Gesamtvermögen kletterte um 16 Millionen auf 306 Millionen Euro. Mit den Einlagen wurde solide gewirtschaftet – nämlich als Kredite vergeben, die im Volumen von 175 auf 183 Millionen Euro kletterten. Dabei hätten viele Kunden eine „neue Anlagemöglichkeit“ gefunden: Darlehen tilgen. Der Zinsüberschuss lag 2014 bei 6,5 Millionen Euro – er wird in den nächsten Jahren wohl sinken. Der Provisionsüberschuss (2014 waren es 2,1 Millionen) soll hingegen steigen.

Betriebsergebnis wird sinken

Man habe ordentlich „Speck auf den Rippen“ – so nannte Köster das bilanzielle Eigenkapital in Höhe von 23,68 Millionen Euro, das kontinuierlich gestiegen sei. Es sei zugleich die Basis für die Kreditvergabe. „Genossenschaftliche Beratung braucht Personal“ – man werde in Zukunft wohl eher ausbauen (2014: 64 nach 62).

Das Betriebsergebnis (vor Bewertung) betrug 3,03 Millionen Euro, Klaus Köster vermutet, dass der Wert in diesem Jahr sinken wird. Insgesamt erwartet der Vorstand „gesunde und solide Verhältnisse“ – auch wenn das Ergebnis leicht zurückgehen werde. Also sei auch das Thema Fusion derzeit keines, betonten die Vorstände auf Nachfrage. Köster: „Wir haben keine Not, Gespräche zu führen.“ Auch an der Filialstruktur (neben Anröchte auch Filialen in Rüthen, Horn und Bad Westernkotten sowie der SB-Standort Mellrich) wolle man nichts ändern.

Aufsichtsrat unverändert

Ändern wird sich auch am Aufsichtsrat nichts. Josef Walter Epping (Anröchte) und Martin Jöring (Horn) wurden einstimmig bestätigt. Wie das bei den Mitglieder-Repräsentanten, den Vertretern, aussieht, wird sich zeigen. Im kommenden Jahr finden da neue Wahlen statt – und zwar bei sechs Wahlveranstaltungen. Das Wahlgremium dafür steht jedenfalls bereit.