Wichtiger Beitrag zur Integration Benachteiligter

Rüthen..  Vielfältig ist der Einsatz des Kinderschutzbundes Rüthen für benachteiligte Familien und Familien mit Migrationshintergrund. Eine Arbeit für den Vorstand, die ob der Erfolge und positiven Resonanz befriedigend und erfüllend ist, aber auch vieler helfender Schultern bedarf. Um die Aufgaben auch weiterhin auf ein festes Fundament stellen zu können, sucht der Vorstand Zuwachs.

„Vielleicht können wir noch mehr Leute finden, die mitmachen“, hofft Vorsitzende Gisela Erdmann. „Unsere Arbeit ist so wichtig und wir tun hier so viel – es wäre schade, wenn wir diese wichtige Arbeit nicht mehr machen könnten, weil es keine Leute gibt, die sich engagieren möchten.“ Denn schnell könne eine Familie Probleme bekommen und die Leidtragenden seien dann in erster Linie die Kinder. Hier hilft der Kinderschutzbund mit seinen Projekten.

Vielfältige Angebote

Eines dieser Angebote, das schon seit Jahrzehnten besteht, ist die Mittagsbetreuung für benachteiligte Grundschulkinder, teils mit Migrationshintergrund. „Diese Arbeit ist sehr aktuell und notwendig“, betonte die Vorsitzende im Rahmen der Jahreshauptversammlung. Sehr familiär sei dieses Angebot ausgerichtet. „Die Kinder sind oft traurig, wenn sie hier ankommen, weil in der Schule etwas schief gelaufen ist. Wir trösten sie dann oder die Kinder können sich erst einmal auf die Couch legen und sich ausruhen.“

Ein wichtiger Punkt sei auch die frisch zubereitete warme Mahlzeit, für die Buschkühle und Bäckerei Hoppe Lebensmittel und Brot spenden. Durch Unterstützung weiterer Sponsoren können zusätzlich hochwertige Produkte gekauft werden, die der Verein sich ansonsten nicht leisten könnte. Zusätzlich gibt es zwei Mal in der Woche eine Nachmittagsgruppe, die durch weitere Kinder ergänzt wird.

Geboten wird vom Kinderschutzbund auch eine Familienbetreuung mit begleitenden Hilfsangeboten für benachteiligte Familien. Unterstützt werden diese durch Hilfe bei Behördengängen aber auch durch Kleider- oder Lebensmittelspenden.

Kräftig wachsen die Multi-Kulti-Wurzeln in der Einrichtung. Langfristig angelegt sei das Frühstück, das sehr gut angenommen werde. „Es herrscht eine angenehme Atmosphäre und es sind Freundschaften entstanden, die teils über das Multi-Kulti-Angebot hinaus reichen.“ Zu diesem zählt auch der Sprachkursus für Frauen, der seit mehreren Wochen von Maria Gollan geleitet wird (wir berichteten). Auch Kontakt zu einer Multi-Kulti-Gruppe in Lippstadt wurde aufgenommen. „Das ist gelebte Integration, was unser großes Ziel ist, das seit vielen Jahren angestrebt wird“, betonte Gisela Erdmann. „Wir gehen auf die Menschen zu mit den Möglichkeiten, die wir haben, und lassen sie spüren, dass sie angenommen werden. Wichtig sind Menschlichkeit und Herzenswärme.“ Verstärkt einsetzen will man sich im Bereich Kindersprachförderung, auch hier wurde bereits eine Dozentin beim Arbeitskreis Asyl gefunden, die ganz individuelle Förderprogramme für die Kinder entwickeln wird. „Wir haben Kinder, die große sprachliche Defizite haben.“

Kooperation mit Gymnasium

Umgestaltet werden soll das Patenschaftsprojekt mit dem Friedrich-Spee-Gymnasium „Kleine Menschen brauchen große Freunde“, das von Julia Vössing betreut wird. Zukünftig sollen schon Schüler der Stufe 9 eingebunden werden. „Das Konzept ist langfristiger angelegt. Die Paten können so hineinwachsen in die Aufgabe.“ So wird nicht jedem Paten ein Kind zugeteilt, sondern gemeinsam in der Gruppe gespielt und gesprochen. Angebote der Paten werden im Pädagogik-Unterricht erarbeitet. „Wir hoffen, dass sich langfristig richtig gute Patenschaften entwickeln.“

Um die zahlreichen Angebote realisieren zu können, müssen die Finanzen stimmen. „Wir müssten mehr Geld haben, obwohl wir sehr von unseren Sponsoren unterstützt werden“, erklärte Gisela Erdmann. So habe man eine Zusage bekommen, dass die Karl-Bröcker-Stiftung die Einrichtung im dritten Jahr großzügig unterstützen wird. Zu den Unterstützern gehören auch die Jochen-Beele-Stiftung, die Rotarier und der Zonta-Club.

Geld, das dringend benötigt wird. „2013 war ein bitteres Jahr für uns, das uns viele Sorgen bereitet hat“, blickte Kassiererin Rita Großkopf zurück. „2014 war dank Gisela Erdmanns unermüdlichen Einsatzes besser – die Stiftung hat uns das Leben gerettet.“ Zu den guten Nachrichten gehört auch, dass die halbe Erzieherinnen-Stelle weiterhin zu 70 Prozent gefördert wird. „Dafür soll der Kinderschutzbund eine kleine offene Tür werden, die Bedingungen erfüllen wir“, so Gisela Erdmann.