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Stadtplanung Rüthen

Wenn schon, denn schon: Bis Haus Buuck verkehrsberuhigt

07.02.2012 | 17:49 Uhr
Wenn schon, denn schon: Bis Haus Buuck verkehrsberuhigt
Ohne vertikale Barrieren: Der Marktplatz zwischen Rathaus und Nikolauskirche.

Rüthen.Die Überlegungen von Stadtplaner Joachim Heidrich, dem Umfeld des Alten Rathauses einen Platzcharakter zu geben und dem prächtigen Gebäude die Anmutung eines Eckhauses zu nehmen, werden weiterverfolgt. Entsprechende Überlegungen werden auch in den Ausbau der angrenzenden Burgstraße einbezogen, der in diesem Jahr ansteht.

Die „Angst vor der eigenen Courage“, die Heidrich einräumte, war völlig unbegründet. Zumindest was den Bauausschuss betraf. Einmütig stellte dieser sich hinter die Überlegungen des Stadtplaners, das Alte Rathaus durch entsprechende Umgestaltung des Umfeldes wieder in den Mittelpunkt eines umgebenden Platzes zu setzen.

Möglich wird dies durch die Aufgabe des Trennsystems, das jedem Verkehrsteilnehmer seinen eigenen Raum zuweist. Vielmehr soll es einen gemeinsamen Raum geben, den alle nach dem „Prinzip der Rücksichtnahme“ auch gemeinsam nutzen. „Die Aufenthaltsqualität würde einen gigantischen Sprung machen“, beschrieb Joachim Heidrich seine Hoffnungen. Als Beispiel aus neuester Zeit nannte er die Belecker Innenstadt um den Busbahnhof.

Besteht an sich kein Grund zur Eile, derartiges zu entscheiden, kommt Zeitdruck dadurch auf, dass die Burgstraße schon in diesem Jahr ausgebaut werden soll und damit auch der erweiterte Einmündungsbereich in die Hachtor-straße. „Die Frage ist, tausche ich nur Pflaster aus, oder wähle ich einen neuen Ansatz?“, machte Heidrich klar. Allerdings sei auch dieser neue Ansatz für Rüthen gar nicht so neu, verwies er auf den Marktplatz. Bei der Bürgerversammlung zum Thema Burgstraße jedenfalls wolle er diese Überlegungen präsentieren. „Es wird nicht nur Befürworter geben“, schwante ihm.

Im Bauausschuss stellte sich das anders dar, auch wenn der Planer die Mitglieder mahnte: „Es geht um eine gewisse Selbstbeschränkung von Ihnen und Ihren Wählern.“ Diese bringt vor allem die Verkehrsberuhigung mit sich. Dennoch: Die Politiker zeigten sich angetan und brachten ihrerseits sogar das Ausweiten der beruhigten Zone samt des entsprechenden Straßenausbaus bis zum Haus Buuck ins Gespräch. Damit würde automatisch auch der Ausgangsbereich des Jugendtreffs entschärft, der bisher mit Geländern gesichert ist.

„Wir bleiben 2012, 2013 planerisch am Ball, um dann 2014 gemeinsam mit dem Kreis den Ausbau zu starten“, zog Heidrich die Quintessenz. Die Hachtor- ist Kreisstraße und der Kreis will sie 2014 ausbauen. Für das Herzstück am Alten Rathaus lässt der Stadtplaner eine Visualisierung erstellen, damit man sich die Gestaltungsmöglichkeiten bildlich vorstellen kann.

Ein „Hindernis“ ist laut Beschlusslage bereits aus dem Weg geräumt: Schon 2007 sei entschieden worden, die große Kastanie zwischen Altem Rathaus und Präparandie zu fällen, erinnerte sich Johannes Erling (SPD).

Schon 2007 hat die Stadtvertretung ein Konzept für das Sanierungsgebiet Hachtor bis Altes Rathaus beschlossen. Einige Punkte daraus wurden bzw. werden umgesetzt: Die Restaurierung von Haus Buuck und die Neugestaltung des Foyers im Alten Rathaus. 2014 ist der Ausbau der Hachtorstraße an der Reihe. Dafür sind Kosten von rund 400 000 Euro veranschlagt. Es erfolgt eine 60-Prozent-Förderung aus Städtebaufördermitteln.

Armin Obalski

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