Weltmeisterschaft in Katar – Dabeisein ist alles

Warstein..  Im Sudhaus kommen sie im Moment regelmäßig zusammen, die Handballer vom VfS Warstein. Natürlich nicht zum Training. Auch nicht, um Vereinsfragen zu erläutern. Sondern zur Unterstützung der deutschen Handballer bei der Weltmeisterschaft im weit entfernten Katar. Dabei ist es gar nicht so selbstverständlich, dass die überhaupt teilnehmen: „Das war ein Glück, dass sie noch dahin fahren durften. Die Qualität ist schon da, das haben sie mit den ersten gewonnenen Spielen gezeigt“, findet VfS-Spielertrainer Boban Ristovic.

Was war passiert? Die direkte Qualifikation hatte das deutsche Team verpasst. In den Play-off-Spielen gegen Polen kassierte es dann zwei Niederlagen – eigentlich wäre es zum Zuschauen verdammt gewesen. Doch dann vergab die Internationale Handballförderation (IHF) eine sogenannte „Wildcard“. Kurz um: Deutschland durfte anreisen. Australien, das sich eigentlich qualifiziert hatte, musste wegen einer umstrittenen Regelung zu Hause bleiben.

Warsteins Handballer stört das nicht. Schließlich heißt es: Dabei sein ist alles. „Ich find’s erstmal gut,“ meint Yannick Mies aus der zweiten Mannschaft des VfS. „Und wenn sie Weltmeister werden würden, zeigt das nur, dass sie es eh verdient haben, dabei zu sein.“

Die Freude darüber, dass Deutschland vertreten ist, überwiegt. Trotzdem: „So freut einen das eigentlich. Gerecht ist es nicht, weil jemand ausgeschieden ist, der sich eigentlich qualifiziert hatte,“ findet Katja Kiekenbusch, die auch lange beim VfS aktiv war. Immer wieder fallen Worte wie „Weltspitze“ oder „stärkste Liga der Welt“. Für die Handballer vom VfS nicht auszudenken, wäre die Nationalmannschaft nicht dabei gewesen.

WM-Spiele fehlen im Free-TV

Schade finden sie allerdings, dass sie die Spiele nur im Bezahlfernsehen verfolgen können. „Es wäre schön, würde die WM übertragen werden, so dass man die Leute für den Handball begeistern könnte. Das wäre eine gute Werbung,“ sagt Anja Kösters aus der Damenmannschaft und denkt dabei auch an mehr Zuschauer in der heimischen Dreifachsporthalle.

Das WM-Spiel am Dienstag ist erst gegen Viertel nach Acht zu Ende. Und eigentlich hätten die VfS-Handballer schon längst beim Training sein müssen: „WM ist auch ein bisschen Ausnahmezustand. Da ist das auch mal okay, wenn man etwas später kommt“, stellt VfS-Torwart Hendrik Hilwerling fest.

Wildcard hin oder her – Handball-Warstein fiebert mit, egal, wie die Qualifikation verlaufen ist.