Weiken schätzt preußische Tugenden
15.11.2009 | 17:12 Uhr 2009-11-15T17:12:00+0100Rüthen. Auch Bürgermeister Peter Weiken bekennt sich zu alten Tugenden und Werten. Mit einem eindringlichen Appell knüpfte Weiken in seiner Debütanten-Rede am Samstag beim traditionellen Seniorennachmittag in der Stadthalle an den Journalisten Peter Hahne an.
Hahne habe ihm gerade, bei der Veranstaltung der Sparkasse in der Warsteiner Sauerlandhalle, aus der Seele gesprochen. Werte, die jahrelang gelebt wurden, wie Fleiß, Ordnung, Höflichkeit, Aufrichtigkeit, Bescheidenheit, Pflichtbewusstsein, der Wert der Familie, seien heute etwas, worüber man nicht mehr spreche. Deutschland verkümmere zur Spaßgesellschaft. Weiken schilderte ein Beispiel aus Berlin: Dort bewarben sich 3000 Jugendliche auf eine Lehrstelle bei einer Bank. Nur 60 waren geeignet. Das sei „Bildungsnotstand”, so Weiken. Er nannte noch ein anderes Beispiel für Werteverlust: Ein Lehrer betrete die Klasse und sage, „ich heiße Dieter, ihr könnt du zu mir sagen”. Jugend aber brauche Vorbilder: „Die härtesten Lehrer waren die, von denen wir am meisten gelernt haben und die uns am meisten geprägt haben.”
Es gebe Kinder, die gerne zu Hause Gebete sprechen möchten — aber ihre Eltern beherrschen sie nicht mehr. So schaffte es im Quiz „Wer wird Millionär”, keiner, die Sätze des „Vaterunser” in die richtige Reihenfolge zu bringen. Weiken: „Traurig!” Probleme bei der Rechtschreibung würden durch Reformen beantwortet: „Dann werden Kommas, die wir nicht setzen können, abgeschafft. Und irgendwann schreiben wir Schifffahrt mit soviel 's', wie wir wollen.” Es müssten wieder Vorbilder her, damit das, was diese auf den Weg gebracht haben, weiterlebe. Darum Weikens Appell an die Senioren: „Bringen Sie sich ein, vermitteln Sie alte Werte, alte preußische Tugenden — auch wenn Sie auf Widerspruch stoßen. Etwas bleibt hängen.”
Auch Pfarrer Bernd Götze knüpfte an das Erbe der Vorfahren an. In seiner Vorstellung aller 20 Kirchen und Kapellen zeigte Götze auf, wie reich das Erbe in Rüthen an dem zu Stein gewordenem Glauben ist. Götze bat darum, diese Orte aufzusuchen — nicht nur zu Gottesdiensten, sondern um zu erleben, welch großer geistiger Reichtum darin stecke. Es sei ein Schatz an christlicher Kultur, die innere Kraft gebe zum Leben.
Nach den ernsten Begrüßungsworten freuten sich die Senioren auf den Spaß des Tages. Nach Kaffee und Kuchen servierte die Stadt Rüthen als Gastgeber den Kabarettisten André Hölscher in seiner Rolle als Heinrich Schulte-Brömmelkamp aus Kattenvenne — der einen humorvollen Einblick in das Leben eines Münsterländer Bauern gab. Die KG Rüthen schickte ihre Kindergarde mit ihrem Tanz „Butterfly” auf die Bühne und die kfd ihren Sketch „Ausbildungsinstitut für Hausmänner”. Für musikalische Unterhaltung sorgte bis spät am Abend die Musikkapelle Drewer.
0mitdiskutieren