Warum Daniel nur warten kann

Daniel muss warten. Warten auf sein Interview, das er mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) führen muss. Gerrit Greiß erklärt wieso: „Die Italiener registrieren die Flüchtlinge nicht und lassen sie oft durchreisen. Das machen sie, weil sie den Strom der Menschen nicht mehr bewältigen können.“ So reiste Daniel weiter nach Deutschland, genauer nach Dortmund, wo er in einer Erstaufnahme-Einrichtung registriert wurde. Das Verteilungssystem Easy (Erstverteilung von Asylbegehrenden) regelt dann, welche Erstaufnahme-Einrichtung für ihn zuständig ist und wo er seinen Asylantrag stellen kann. Für seinen Asylantrag musste Daniel seine Personendaten und seinen Fingerabdruck abgeben, bekam dafür eine Aufenthaltsgenehmigung. Hier steckt Daniel fest. Er wartet nun auf die darauffolgende Anhörung beim BAMF. In diesem Interview muss Daniel seine Verfolgung schildern. Dabei hört ihm dann ein Entscheider zu, der schlussendlich über seine weitere Zukunft entscheidet.

Bei Ablehnung zurück nach Eritrea

Nach der Anhörung bekommt Daniel schriftlich über seine Anerkennung oder seine Ablehnung bescheid. Wird er abgelehnt, muss er zurück in seine Heimat. 2013 entschied das BAMF über 80 978 Asylanträge. 13,5 Prozent der Anträge wurden anerkannt, 38,5 Prozent abgelehnt. 36,7 Prozent von ihnen standen im Dublin-Verfahren. Das bedeutet, dass das Land, in dem die Flüchtlinge registriert wurden, ermittelt wird, damit ein Antrag nicht doppelt geprüft wird. 11,4 Prozent der Flüchtlinge erhielten 2013 subsidiären Schutz. Dieser Schutz betrifft Menschen, denen weder die Flüchtlingseigenschaft anerkannt wird noch das Asylrecht Schutz gewährt, ihm aber trotzdem Gefahr im Heimatland droht.

Als Flüchtlinge gelten nach § 3 Asylverfahrensgesetz (AsylVfG) Ausländer, wenn sie sich aus begründeter Furcht vor Verfolgung aufgrund von Rasse, Religion, Nationalität, politischer Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe außerhalb ihres Herkunftslandes befinden oder dessen Schutz nicht in Anspruch nehmen können. Politisch Verfolgte genießen dagegen das Asylrecht. Dies regelt Artikel 16a Grundgesetz. „Zu 99,99 Prozent bekommt Daniel die Anerkennung. Dann geht es in die Hände des Jobcenters und aufwärts“, hofft Gerrit Greiß.