Warsteins langjähriger Wehrführer Heinz Rodehüser gestorben

Goldene Hochzeit am 6. Juli 2013: Dorothea und Heinz Rodehüser aus Belecke
Goldene Hochzeit am 6. Juli 2013: Dorothea und Heinz Rodehüser aus Belecke
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ehrenstadtbrandmeister Heinz Rodehüser ist tot. Der Belecker hat sich beim Siepmann-Unglück 1963 und nach der kommunalen Neuordnung große Verdienste erworben.

Belecke..  Heinz Rodehüser war erst wenige Wochen der Leiter der Feuerwehr Belecke, als er einen Einsatz zu leiten hatte, der sich als der größte seines Arbeitslebens herausstellen sollte: die Druckluft-Explosion bei den Siepmann-Werken 1963. 20 Menschen sind damals gestorben und Rodehüser gehörte zu den ersten am Einsatzort. „Da stand einem niemand zur Seite, so wie es heute eine obere Behörde oder den Malteser Hilfsdienst gibt“, sagte er bei seiner Goldenen Hochzeit 2013 über den Einsatz.

1975 wurde er erster Wehrführer der Stadt Warstein nach der kommunalen Neuordnung und blieb das bis zum Eintritt in den Ruhestand 20 Jahre später. Am Dienstag ist der Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und des Warsteiner Ehrenrings im Alter von 80 Jahren gestorben. Er hinterlässt seine Ehefrau Dorothea und die beiden gemeinsamen Kinder.

„Sein Leben war die Feuerwehr“, ehrt sein Nach-Nachfolger Michael Döben den verdienten Belecker, „das war ihm neben der Familie mit Abstand das Wichtigste.“ Über 60 Jahre war er Mitglied der Feuerwehr, übernahm über Jahrzehnte bei vielen großen Einsätzen die Federführung. „Für sein Engagement hat er viel geopfert“, sagt Döben, der unter Rodehüser zum Oberbrandmeister aufstieg, „vor allem Zeit.“

Gemeinsame Feuerwehr geformt

Die Verdienste des Beleckers reichen dabei über die Stadt Warstein hinaus. „Hier hat er aus acht Feuerwehren eine gemeinsame geformt“, sagt Döben, „aber sein Name war bis auf Landesebene überall ein Begriff.“ Als stellvertretender Kreisbrandmeister initiierte er die Errichtung einer gemeinsamen Ausbildungsstelle der Kreise Coesfeld, Unna und Soest sowie der Stadt Hamm. Bei der Landesfeuerwehr saß er im Prüfungsausschuss.

Mit Herzblut pflegte Heinz Rodehüser die Partnerschaften zu Feuerwehren im In- und Ausland, etwa nach St. Pol und später auch nach Wurzen. Besonders häufig war er in Silz (Tirol) zu Gast, wofür er sogar eine Ehrung des österreichischen Feuerwehrverbands erhielt.

In Deutschland wurde Heinz Rodehüser nach mehr als 30 Jahren in verantwortlicher Position mit dem Feuerwehrehrenkreuz in Gold ausgezeichnet.

„Heinz Rodehüser war ein Inbegriff der Feuerwehr und ein Aushängeschild für die Stadt Warstein“, sagt Bürgermeister Manfred Gödde, der die Leistungen des Wehrchefs nach der kommunalen Neuordnung hervorhebt. „Wir haben einen wunderbaren Menschen verloren.“

Neben dem Einsatz für die Blauröcke leitete Rodehüser, der in den 1950er Jahren im Baugeschäft Hoppe ausgebildet wurde, den städtischen Bauhof.

Die „Ära Rodehüser“ sei bedeutungsvoller als jeder andere Abschnitt in der Brandschutz-Geschichte der Stadt Warstein, sagte der damalige Bürgermeister Georg Juraschka bei einer Feierstunde 1993. Sein zentraler Satz von damals gilt heute mehr denn je: „Heinz Rodehüser ist Feuerwehr-Geschichte.“