Warsteins Altenheime wappnen sich gegen Diebesbanden

Altenheime sind vermehrt das Ziel von Diebesbanden geworden.
Altenheime sind vermehrt das Ziel von Diebesbanden geworden.
Foto: Hendrik Schulz
Was wir bereits wissen
  • In Seniorenzentren im Kreis Soest werden seit Wochen vermehrt Wertsachen gestohlen
  • Die Altenheime in Warstein sind bislang davon verschont geblieben
  • Dennoch haben sie den Schutz gegen Diebstähle verstärkt

Warstein/Kreis Soest.. Professionelle Diebesbanden haben es offensichtlich auf Altenheime im Kreis Soest abgesehen. In den vergangenen Wochen sei vermehrt Schmuck und Bargeld aus den Zimmern der Bewohner gestohlen worden, teilte die Polizei mit. Warsteins Seniorenzentren sind davon nach WP-Recherchen bislang verschont geblieben, stellen sich aber auf die Gefahren ein.

„Wir haben in den Kaffeepausen darüber gesprochen und unsere Mitarbeiter noch einmal für das Thema sensibilisiert“, erklärt Cornelia Wilding, Pflegedienstleiterin im Haus Piening in Suttrop. Generell sei jedes Altenheim ein öffentliches Gebäude mit viel Publikumsverkehr von Besuchern, Ärzten, Interessierten und Lieferanten. „Da ist es schwierig, sich vor so etwas zu schützen“, gesteht sie ein, doch einige Maßnahmen seien bereits getroffen worden.

Abschließbares Wertfach im Zimmer

So gebe es in jedem Zimmer ein abschließbares Wertfach, in dem die Senioren ihren Schmuck und auch Bargeld lagern können. „Grundsätzlich benötigen unsere Bewohner gar kein Bargeld, weil wir Serviceleistungen wie den Frisör über ein Taschengeldkonto abrechnen“, sagt Cornelia Wilding. Deshalb hätten die meisten Bewohner ohnehin nur wenig Geld auf ihren Zimmern.

Außerdem seien die Mitarbeiter angehalten, unbekannte Besucher anzusprechen. „Das ist der Vorteil, dass wir auf dem Dorf sind: Wir kennen noch die meisten.“

Dass fremde Menschen nach ihrem Ziel gefragt werden, ist auch im DRK-Seniorenzentrum Henry Dunant selbstverständlich. „Ich habe unsere Mitarbeiter noch einmal darauf aufmerksam gemacht“, erklärt Geschäftsführer Günter Hagenhoff. Dass Diebe allerdings solche Situationen ausnutzen, in denen sich alle Pflegekräfte um die Bewohner in ihren Zimmern kümmern und deshalb nicht auf den Fluren sind, könne er nicht ausschließen. „Das ist wie im Krankenhaus“, sagt er.

Wertsachen könnten die Bewohner daher auch in der Warsteiner Einrichtung in einem persönlichen Schließfach verstauen. „Viel Bargeld gibt es in den Zimmern in der Regel auch nicht“, sagt Günter Hagenhoff, schränkt aber ein: „Für mich als Verantwortlichem sind fünf Euro schon zu viel, wenn sie geklaut sind.“

Kleine Strukturen von Vorteil

Ein eigenes Wertfach auf den Zimmern gehört auch im Seniorenzentrum Möhnetal zum Standard. „Bewohnern, die das geistig schaffen, raten wir dringend dazu, dieses Fach auch zu benutzen“, sagt Einrichtungsleiter Kaspar Gröblinghoff, „wir haben schließlich auch verwirrte Bewohner.“ So könne schon einmal ein Kleidungsstück verschwinden – auch wenn keine Diebesbanden, sondern bloß der Zimmernachbar durch das Heim zieht.

„Wir sind ein kleines Haus, deswegen kennen wir in der Regel all unsere Bewohner“, betont Gröblinghoff, der sich der Gefahren bewusst ist, an der grundsätzlichen Einstellung aber nichts ändern möchte: „Wir sind ein offenes Haus und werden es bleiben.“