Warsteiner Parteien erleichtert über Göddes Rückzug

Manfred Gödde
Manfred Gödde
Foto: Georg Giannakis
Was wir bereits wissen
Mit Respekt und Erleichterung reagierten die großen Parteien auf die Erklärung des Bürgermeisters, nicht erneut zu kandidieren. Die Kandidatensuche bei CDU und SPD ist schon weit fortgeschritten.

Warstein..  „Es ist die richtige Entscheidung“ – so ließen sich die Reaktionen aus den Warsteiner Parteien auf die Ankündigung Manfred Göddes, bei der Bürgermeister-Wahl im September nicht erneut anzutreten, zusammenfassen.

„Er ist ein prima Kerl und ich schätze ihn als Menschen sehr“, sagt etwa BG-Vorsitzende Elisabeth Wiese. Gestern hatte sie noch erklärt, Gödde im Falle einer weiteren Kandidatur nicht mehr zu unterstützen (wir berichteten), heute stehen die Verdienste des Bürgermeisters im Vordergrund. „In seinen elf Jahren im Amt hat er vieles in Angriff genommen“, nennt Elisabeth Wiese etwa die B 55n und die Neue Mitte, „dass das bislang nicht funktioniert hat, ist sicher nicht allein seine Schuld.“

Schon auf dem Presse-Neujahrsempfang vor vier Wochen in Allagen habe sie ihm geraten, sich nun die Ruhe anzutun und das Leben zu genießen. „Man merkte schon, dass die Krankheit ihn angeschlagen hat“, sagt Wiese.

BG-Fraktion berät Anfang Februar

Dass Gödde der BG erhalten bleiben möchte, freut die Vorsitzende spürbar. „Das hätte ich nicht gedacht, aber das finde ich toll“, sagt sie, „er ist immer herzlich willkommen.“ Es habe ja nie eine richtige Auseinandersetzung zwischen ihr und dem Bürgermeister gegeben, betont Wiese. „Wir haben persönlich nichts gegen ihn.“

Wie sich die BG nun in der Bürgermeister-Frage aufstellt, wird Anfang Februar in der Fraktion beraten. „Das muss jetzt alles in Ruhe überlegt und überdacht werden“, erklärt Elisabeth Wiese. Ratschläge und Kritik will sie in den kommenden Wochen zudem von interessierten Bürgern aus dem gesamten Stadtgebiet einholen. „Mit den BG-Stützpunkten werden wir Freunde und auch Kritiker ansprechen.“

Respekt für Göddes Entscheidung, nicht abermals anzutreten, äußert CDU-Vorsitzender Wolfgang Schneider. „Die Begründung ist nachvollziehbar und die muss man auch akzeptieren“, sagt er in einer ersten Stellungnahme, „für den Bürgermeister-Wahlkampf ist das auf jeden Fall eine gute Sache.“

Zwei Bewerber der CDU seien „durch eine Indiskretion leider schon bekannt“, bedauert Wolfgang Schneider und meint den Fraktionsvorsitzenden Stephan Buschhoff und den Belecker Thomas Schöne. Leicht verstimmt reagiert er daher auf die Äußerung Göddes, dass sein Nachfolger in jedem Fall unabhängig sein müsse – auch von großen Warsteiner Unternehmen. „Er wird das auf Stephan Buschhoff beziehen“, sagt Schneider. Buschhoff leitet die Immobilien-Abteilung der Brauerei. „Wen die CDU ins Rennen schickt, ist einzig und allein Sache unserer Mitglieder und nicht die Sache Herrn Göddes.“

Zwei CDU-Bewerber sind bekannt

An dem Zeitplan der CDU ändere sich durch die Erklärung Göddes nichts, versichert Wolfgang Schneider. Er geht allerdings davon aus, dass CDU und SPD nun separate Kandidaten aufstellen werden. Das bestätigt auch SPD-Vorsitzender Holger Deimer, der eine Aussage bekräftigt, über die die WP bereits Anfang des Jahres berichtet hat. „Die CDU wird einen reinen CDU-Mann aufstellen“, sagt er, „wenn wir den unterstützen würden, würde uns das von unserer Wählerschaft krumm genommen.“

Die Sozialdemokraten haben sich bereits auf einen Bewerber festgelegt. „Die Entscheidung, wann wir damit in die Öffentlichkeit gehen, überlassen wir dem Kandidaten“, sagt Deimer, „es wird in jedem Fall jemand sein, der Warstein voranbringen wird.“

Zum Abschied Göddes aus dem Rathaus erklärt Holger Deimer: „Das ist gut für Warstein.“ Überrascht war der SPD-Vorsitzende nicht. „Er hätte es uns aber allen ein bisschen leichter machen können, wenn er sich etwas eher erklärt hätte.“ So sei der Weg nun frei für eine frische Führungskraft.