Warsteiner Notgruppen sind gut ausgelastet

Die Notgruppe im Kindergarten Salzbörnchen betreut Kinder zwischen 7.30 und 14.30 Uhr.
Die Notgruppe im Kindergarten Salzbörnchen betreut Kinder zwischen 7.30 und 14.30 Uhr.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Seit Montag streiken die Erzieherinnen und Erzieher. Auch in Warstein blieben die städtischen Kindergärten geschlossen. In einer von zwei eingerichteten Notgruppen sind alle Betreuungsplätze bereits vergeben.

Warstein..  Auf den ersten Blick wirkt alles normal im Kindergarten Salzbörnchen: Sonne und Kinder lachen um die Wette, die Kleinen toben draußen und genießen das Wetter. Einige sind aber zum ersten Mal hier.

Überlicherweise gehen sie in eine der anderen Kindertagesstätten. Wegen des Erzieher-Streiks besuchen sie jetzt die Notgruppe Am Salzbörnchen. „Wir haben letzten Donnerstag gegen 8 Uhr bekannt gegeben, dass wir Notgruppen machen und um 9 waren die Plätze vergeben“, berichtet eine Erzieherin vor Ort, die namentlich nicht genannt werden möchte. „Wir müssten das nicht tun“, betont sie. Es handele sich bei dem Angebot um eine Nettigkeit gegenüber den Eltern. „Das wollten wir denen nicht zumuten.“

Aber: Es ist trotzdem Streik. Das Betreuungsangebot ist abgespeckt. So gebe es zum Beispiel kein warmes Mittagessen – Getränke bringen die Kinder von zu Hause mit. Auch die Besetzung sei knapper. Arbeite die Einrichtung normalerweise mit zwölf Erziehern, seien es jetzt nur noch fünf, die sich zusammen mit Praktikanten und einer Küchenkraft um die Kinder kümmern.

„Wir haben mit viel Chaos gerechnet“, verrät die Erzieherin vom Kindergarten Salzbörnchen. Der Großteil der Kinder komme aus anderen Einrichtungen, die wenigsten kennen sich. Es sei aber alles gut gelaufen. „Wir haben Listen gemacht mit den Telefonnummern der Eltern, die wir nicht kennen“, sagt sie. Die Kinder verstehen sich gut untereinander. „Wir hoffen, dass es die nächsten Tage so bleibt“, betont die Erzieherin.

Absprache von Stadt und Verdi

Momentan gingen sie und ihre Kollegen davon aus, dass der Streik zwei Wochen dauert. Solang sollen auch die Notgruppen bestehen. Möglich gemacht wurden sie durch Absprachen der Stadt Warstein mit der Gewerkschaft Verdi, wie es in einer Mitteilung der Stadt heißt. „Wir sind offiziell Streikbrecher“, so die Erzieherin. „Dadurch, dass wir den Streik brechen, kriegen wir für den Zeitraum Gehalt.“

Insgesamt betreut die Notgruppe des Kindergartens Salzbörnchen 25 Kinder und ist damit voll ausgelastet. Die zweite Gruppe in der Kindertagesstätte Rappelkiste hat noch ein paar Plätze frei. Dort sind bisher 15 Kinder eingetragen.

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