Warsteiner Löschfahrzeug wird in Kassel zum Papa-Mobil

Übergabe eines ausgemusterten Löschfahrzeugs der Freiwilligen Feuerwehr Warstein: Carsten Schannath (Feuerwehr, rechts) überreicht die Schlüssel an Stefan Sigel-Schönig (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, links).
Übergabe eines ausgemusterten Löschfahrzeugs der Freiwilligen Feuerwehr Warstein: Carsten Schannath (Feuerwehr, rechts) überreicht die Schlüssel an Stefan Sigel-Schönig (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, links).
Foto: WP
Aus dem Löschfahrzeug wird ein „feuerrotes Papa-Mobil“: Über die Plattform Zoll-Auktion hat die Stadt in diesem Frühjahr erstmals zwei ausgediente Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr angeboten

Warstein..  Gestern hat der erste, ein Iveco-Lastwagen, der viele Jahre in Sichtigvor eingesetzt worden war, endgültig einen neuen Besitzer gefunden. Die evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mit Sitz in Kassel übernahm den Wagen und will ihn künftig für die Männerarbeit einsetzen.

Auf dem Gelände des Betriebshofs schraubte Stefan Sigel-Schönig, Referent für Männerarbeit, die neuen Kurzzeit-Kennzeichen an das Warsteiner Löschfahrzeug. Aus SO wurde KS. „Die Feuerwehr-Beschriftung müssen wir noch entfernen lassen, bevor wir ihn neu anmelden“, erklärt der Käufer. Auch Blaulicht und Martinshorn müssen abgeklemmt werden. „Die dürfen auf dem Wagen bleiben“, weiß Carsten Schannath von der Feuerwehr, „sie dürfen aber nicht mehr funktionieren.“

Geschätzter Wert übertroffen

3720 Euro hat Sigel-Schönig für das Löschfahrzeug aus dem Jahr 1987 ausgegeben – und damit den von einem Gutachter geschätzten Verkaufswert noch übertroffen. „Ein bisschen verstehe ich zwar selbst von Autos“, sagt Sigel-Schönig, der den Wagen – als einziger Interessierter – auch vor Ort besichtigte, „aber dieses Gutachten war schon ein Vorteil.“ Denn ab dem Zeitpunkt der Übergabe trägt der Käufer die Verantwortung für das Fahrzeug. Bleibt es während der Überführung liegen, hat er keinen Anspruch auf Entschädigung.

Die ganze Versteigerung auf der Homepage www.zoll-auktion.de war vom Zoll überwacht. „Das war am Anfang ein bisschen schwierig“, sagt Carsten Schannath. Denn jede Angabe wurde vor Veröffentlichung zunächst auf Richtigkeit geprüft. Wegen der Gutachten konnte die Stadt zudem ein Anfangsgebot festlegen, um das Risiko, nur eine geringe Summe einzunehmen, zu minimieren.

„Sonst haben wir unsere Fahrzeuge immer auf Ebay versteigert“, erklärt Schannath, „das war diesmal etwas aufwendiger.“ Viele Rückfragen habe es gegeben, doch insgesamt sei der Verkauf gut gelaufen. „Es gibt mittlerweile einen richtigen Markt für solche Autos.“

Gleich zwei Fahrzeuge hat die Feuerwehr in diesem Jahr ausrangiert – neben dem Löschfahrzeug auch einen Unimog, der in Belecke stationiert war. „Unser neues Fahrzeug in Belecke übernimmt praktisch die Funktionen von den beiden, die jetzt versteigert wurden, in einem“, erläutert Schannath.

Unimog geht in die USA

Drei Interessierte begutachteten den 30 Jahre alten Unimog, der Käufer jedoch nicht. „Der Rüstwagen geht in die USA“, kündigte Carsten Schannath an. Ein Auswanderer, der deutsche Feuerwehrfahrzeuge sammelt, habe den Wagen für 14 200 Euro ersteigert. „Solche Fahrzeuge sind in Amerika sehr beliebt.“ Wohl in der kommenden Woche holt eine Spedition den Unimog ab, um ihn dann zu verschiffen.

Nach der gelungenen Premiere möchte die Stadt in Zukunft weiter auf die Versteigerungs-Plattform des Zolls setzen. So wird als nächstes die Löschgruppe Mülheim ein neues Löschfahrzeug erhalten. Dessen Vorgänger wird dann wohl in rund einem Jahr versteigert – zukünftiger Einsatzort: offen.