Warsteiner hat Interesse an „Haus Maria“
26.10.2011 | 16:39 Uhr 2011-10-26T16:39:00+0200
Rüthen.Großes Interesse am Kauf des Hauses Maria vom Stein hat der Warsteiner Mediziner Dr. Hans-Günther Weigelin. „Entschieden ist aber noch nichts“, tritt er auf Anfrage unserer Zeitung anderslautenden Gerüchten entgegen.
In Rüthen brodelt die Gerüchteküche. Der Verkauf an Dr. Hans-Günther Weigelin sei angeblich unter Dach und Fach, wollen gut informierte Kreise wissen. Doch damit liegen sie definitiv falsch.
Der niedergelassene Arzt aus der Nachbarstadt bestätigte exklusiv gegenüber dieser Zeitung zwar sein Interesse an dem noch als Schwesternwohnheim genutzten Objekt und auch, dass Verhandlungen mit dem Orden der Vinzentinerinnen in Paderborn als bisherigem Eigentümer laufen, dementierte jedoch jegliche Art von Vertragsabschluss: „Entschieden ist in dieser Sache noch gar nichts.“
Sollte es zu einem Erwerb kommen, plant Weigelin, der auch das „Haus der Pflege St. Clemens“ in Kallenhardt betreibt, das Einrichten eines Senioren- und Pflegeheimes in dem einst als Rüthener Krankenhaus erbauten Gebäude am Schneringer Berg mit seinem weitläufigen Park.
Von drei bis vier Interessenten hat von Seiten Dritter Bürgermeister Peter Weiken gehört. Genaueres weiß er allerdings nicht und betont: „Die Stadt ist in dieser Sache nicht mit im Boot und hat mit ihr nichts zu tun. Aber die Stadt hat natürlich ein großes Interesse an der Zukunft und der weiteren Nutzung der Immobilie.“ Bei einer Nachfrage beim Orden in Paderborn aufgrund der kursierenden Gerüchte sei er aber von Schwester M. Katharina Mock, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vincenz von Paul zuständig ist, „schroff zurückgewiesen“ worden. Aktuelle Kenntnisse über den Stand der Dinge habe er daher nicht. Seitens der Vinzentinerinnen war gestern keine Auskunft zu erhalten.
Die angeblich „gut unterrichteten Kreise“ in Rüthen wollen auch wissen, was als Kaufpreis im Raum steht: Von 2,5 Millionen Euro ist demnach die Rede. Hinzu kämen Investitionen, um die Anforderungen der so genannten Heimmindestbauverordnung zu erfüllen.
Für 2012 plant das Mutterhaus der Vinzentinerinnen in Paderborn die Schließung des Hauses Maria vom Stein. Bereits aufgegeben wurde die Pflegestation für pflegebedürftige Ordensschwestern. Hintergrund der Schließung ist die stetig sinkende Zahl der Ordensschwestern, die zu einer Konzentration auf die verbleibenden Standorte führt. Die Schwestern aus Rüthen ziehen in das Vinzenzhaus in Borchen und das Hospital zum Heiligen Geist in Bad Lippspringe um.
Mit ihrem endgültigen Weggang aus Rüthen endet eine Ära, die schon 1885 begann, als die Schwestern das Krankenhaus einrichteten, das bis 1971 unter ihrer Leitung bestand.
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