Warsteiner Firmen für Russland interessant

Generalkonsul Jewgenij Schmagin zu Besuch in Warstein
Generalkonsul Jewgenij Schmagin zu Besuch in Warstein
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Wenn zwei Männer aufeinander treffen, die beide in Kürze aus ihren politischen Ämtern zurücktreten, dann kann das eine nostalgische Angelegenheit werden. Oder es kommt zu einem herzlichen Besuch bei Freunden, bei dem ganz nebenbei die Weichen für eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Warstein und Russland gestellt werden.

Warstein.. Als Letzteres darf man den erneuten Besuch von Jewgenij Schmagin bei Manfred Gödde wohl getrost bezeichnen.In Begleitung seines Attachés Ilja Roschkow und Viktor Ilski aus dem russischen Wirtschaftsministerium war der Generalkonsul der Russischen Föderation auf Abschiedsreise. „Ich gehe im Mai in den Ruhestand und besuche jetzt die Städte, zu denen ich besondere Kontakte pflege“, erklärte Schmagin. Und Warstein sei etwas ganz Besonderes unter den vielen Städten, die er in seiner Zeit als Konsul besucht habe. „Ich habe 150 Bürgermeister kennengelernt, aber das Gesicht, das ich unter ihnen sofort wiedererkennen würde, ist das von Manfred Gödde.“

Bereits der zweite Besuch

Im April 2013 war Schmagin bereits zu Gast in der Wästerstadt; vor allem, um Kontakte zu den heimischen Unternehmen zu knüpfen. Diese wirtschaftlichen Beziehungen zum deutschen Mittelstand standen auch gestern auf der Agenda. „Natürlich gefallen uns die derzeitigen Sanktionen nicht, aber wir glauben nach wie vor an Deutschland“, sagte Schmagin mit Blick auf die abgekühlten Beziehungen zwischen Europa und Russland. Nirgendwo gäbe es so viele Menschen, die Verständnis für Russland zeigten, wie in Deutschland. Der Diplomat betonte, dass es ihm auf die direkten Beziehungen ankomme: „Ohne zwischenmenschliche Komponente gibt es keine zwischenstaatliche Verbindung.“

Die „Turbulenzen“ in Russland gefährdeten laut Viktor Ilski die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland nicht: „Es kommen jeden Tag Mittelständler zu uns, die in Russland investieren wollen.“ Er appellierte an Gödde, bei den Warsteiner Unternehmen Werbung für den russischen Markt zu machen. „Gerade wenn alles nach unten geht, lohnt es sich, zu investierten, weil man dann vor allen anderen dort ist.“

Für welche Warsteiner Unternehmen dies in Frage kommen könnte, davon verschaffte sich die russische Delegation gestern direkt einen Eindruck: Mit dem Bürgermeister ging es zur Brauerei, den Steinbrüchen und ins Industriegebiet auf die Haar. „Danach gibt’s Kaffee und Kuchen bei mir und meiner Anni“, stellte Gödde in Aussicht.

Ein Besuch bei Freunden eben.