Warsteiner erwirbt für 2000 Euro gefälschten Führerschein

Warstein..  „Ich würde doch niemals 2000 Euro für einen gefälschten Führerschein ausgeben“, beteuerte der Beklagte seine Unwissenheit. Am Ende befand ihn das Amtsgericht Warstein trotzdem für schuldig, weil er ohne gültige Fahrerlaubnis gefahren und den Polizeibeamten einen gefälschten rumänischen Führerschein vorgezeigt hatte.

Der 24-jährige Warsteiner war im April vergangenen Jahres mit dem Auto auf der Gottfried-Keller-Straße in Richtung Berliner Straße unterwegs gewesen und hatte den Polizeibeamten einen rumänischen Führerschein präsentiert. Diesen habe er im September 2013 für 2000 Euro käuflich erworben, in dem Glauben, dass es sich dabei um ein echtes Dokument handele, wie er bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht erklärte. Das Geld habe er dem Verkäufer bar gegeben. Dieser habe ihm seinen identischen Führerschein gezeigt und berichtet, dass er ihn einmal bei Kontakt mit der Polizei ohne weitere Folgen zurückbekommen habe. Auch weitere Führerscheine soll dieser Mann verkauft haben.

Daraufhin ging es vor allem um die Frage, ob der Beklagte vorsätzlich gehandelt habe oder wirklich in dem Glauben gewesen sei, eine zulässige Fahrerlaubnis zu besitzen. Da der Warsteiner bereits einmal eine Fahrschule besucht, sogar einen Fahrerlaubnisantrag gestellt, diesen aber wieder zurückgezogen hatte, sei davon auszugehen, dass er aufgeklärt sei, wie er in Deutschland eine Fahrerlaubnis erwerbe: „Er weiß also, dass man nicht einfach auf der Straße einen Führerschein kaufen kann“, fasste der Staatsanwalt zusammen. „Ich wusste es wirklich nicht“, beteuerte der Beschuldigte abermals nach den Plädoyers.

Keine Sperrfrist notwendig

Die Richterin stimmte dem Staatsanwalt zu und wertete die Beteuerung des Beklagten, von der Echtheit des Führerscheins ausgegangen zu sein, als Schutzbehauptung. Sie befand ihn der Urkundenfälschung für schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe. Strafmildernd hätte sich für ihn ausgewirkt, dass der Warsteiner geständig gewesen sei und zur Aufklärung und Verfolgung des Verkäufers der gefälschten Papiere beigetragen hätte. Eine Sperrfrist für eine Fahrprüfung ergab sich für die Richterin nicht, so dass der Warsteiner nun bereits dabei ist, eine Fahrschule zu besuchen, um einen echten Führerschein zu erwerben.