Warstein wird zum „Kletter-Hotspot“ in NRW

Raymund  Risse (Mitte), Joachim Fischer vom Landesverband NRW des Deutschen Alpinvereins e.V. und Paul Steinacker für die IG Klettern NRW (rechts)
Raymund Risse (Mitte), Joachim Fischer vom Landesverband NRW des Deutschen Alpinvereins e.V. und Paul Steinacker für die IG Klettern NRW (rechts)
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Paul Steinacker und Joachim Fischer sind sich sicher: „Das kann der Kletter-Hotspot in ganz Nordrhein-Westfalen werden.“ Die beiden Kletter-Experten unterschrieben am Donnerstag einen Vertrag mit der Firma Risse. Der Inhalt: Künftig dürfen Kletterer an der Südostwand auf dem ehemaligen Risse-Gelände klettern.

Warstein.. Zusammen mit dem 2013 eröffneten Klettergebiet am Hillenberg entsteht auf diese Weise eine Tourenangebot, das Kletterer-Herzen höher schlagen lässt.

Anfang Juli wollen Joachim Fischer vom Landesverband NRW des Deutschen Alpenvereins (DAV) und Paul Steinacker von der Sektion Hochsauerland des DAV mit den Vorarbeiten beginnen; „zwei bis drei Jahre später“ soll dann die Wand fertig eingerichtet sein. Die Wand – das ist die Fläche auf dem ehemaligen Risse-Gelände, die Geschäftsführer Raymund Risse als „Südostwand“, die Kletterer jedoch als „Südwestwand“ bezeichnen. „Es kommt eben auf die Perspektive an“, erklärt Paul Steinacker, „für die Kletterer kommt es darauf an, in welche Richtung die Wand weist, wegen der Sonne.“ Die Perspektive für Warstein dürfte mit dem zweiten Klettergebiet innerhalb der Stadtgrenzen aus touristischer Sicht rosig sein: „Warstein hat mit diesen Kletterrouten ein Alleinstellungsmerkmal“, ist sich Joachim Fischer sicher. Der Diplom-Geologe wohnt am Salzbörnchen und damit in unmittelbarer Nähe zu dem künftigen Eingang des Klettergebietes. Neben der Zugangsregelung mussten vor der Vertragsunterschrift viele weitere Fragen geklärt werden: Was ist mit dem Naturschutzgebiet? Wo darf überhaupt geklettert werden? Wie sieht es mit der Aufsichtspflicht auf? Und wie wird eine Sicherung der über das Gelände führenden Gleise erreicht?

Vandalismus eindämmen

Das Wichtigste: „Das Naturschutzgebiet wird von uns in keinster Weise berührt“, betont Joachim Fischer, „das ist auch von dem Gutachter so festgestellt worden.“ Im Zuge der Vorarbeiten, die nötig sind, um die Wand überhaupt „bekletterbar“ zu machen, werden die Kletterer die Wand beräumen. Eine Tatsache, die Raymund Risse freut. „Das ist für uns natürlich auch sehr positiv.“ Genauso wie der Effekt, den sich Risse von der künftigen Präsenz der Kletterer auf dem Gelände erhofft. „Wir haben hier immer wieder Probleme mit der Vandalismus. Durch die Anwesenheit der Kletterer wird dies hoffentlich ein bisschen eingedämmt.“ Der gestern besiegelte Vertrag regelt auch, dass die leer stehenden Gebäude der einstigen Firma Risse für die Kletterer tabu sind. „Da werden wir die beim Abräumen frei werdenden Natursteine als Abgrenzung ziehen und das entsprechend beschildern“, sagt Joachim Fischer. Schilder werden auch auf die kreuzenden Gleise hinweisen.

Ein Verkehr der ganz anderen Art könnte das Klettergebiet betreffen, wenn die B 55n gebaut wird: Dann würde der Tunnel der Variante 7 dort durchführen. Das sehen aber sowohl Risse als auch Joachim Fischer und Paul Steinacker sehr gelassen: „Bis sich da was tut, können wir erstmal klettern. Und selbst wenn dort ein Tunnel entsteht, gibt es noch genug Routen.“