Warstein verliert ein Original

Warstein..  Sie war eine urechte Warsteinerin, eine Institution in der Ortschaft, aber auch im ganzen Stadtgebiet. Mit ihrem Café am Müscheder Weg hat Mia Cramer das gesellschaftliche Leben in der Stadt über viele Jahre geprägt. Am Donnerstag ist sie im Alter von 87 Jahren gestorben.

„Cramers Mia war unwahrscheinlich beliebt in Warstein“, sagt Bürgermeister Manfred Gödde, „sie war ein Original.“ Er erzählt davon, wie Annemarie Cramer, die Großmutter der derzeitigen Brauerei-Chefin Catharina, sich regelmäßig von ihrem Chauffeur vorfahren ließ. „Im Café Cramer verkehrte die Warsteiner Prominenz.“ Eine der Prominentesten war stets Mia Cramer selbst.

Verbindung zum Schützenwesen

Und auch politische Diskussionen spielten sich zu einem Großteil in ihrem Café ab, das Bäckerei und Gasthof zugleich war. Mia Cramer selbst war ebenfalls politisch aktiv, engagierte sich bis zum Schluss etwa in der CDU-Frauenunion.

Geboren wurde Mia Cramer am 18. August 1927 im Haus Schulte Pottkors. Mit ihrer Hochzeit wechselte sie von einer Bäckerei in die andere. Eng verbunden war sie aber auch mit den Vereinen, insbesondere mit dem Schützenwesen. 1947 bildete sie zusammen mit Rudi Kropff das Königspaar der Junggesellen, war zuletzt die älteste noch lebende Ex-Regentin der Schützenbruderschaft.

Das Seelenamt für Mia Cramer ist am Mittwoch, 22. April, um 9 Uhr in der Pfarrkirche St. Pankratius in Warstein. Anschließend erfolgt die Beisetzung von der Friedhofskapelle aus.