Warstein muss einen Beitrag zur Energiewende leisten

Guido Niermann, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Regionalrat Arnsberg, referiert in Belecke über den Regionalplan Energie, Windkraftanlagen im Wald.
Guido Niermann, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Regionalrat Arnsberg, referiert in Belecke über den Regionalplan Energie, Windkraftanlagen im Wald.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
CDU-Regionalratsmitglied Guido Niermann informierte über den Verfahrensstand: Neue Windräder in Warstein werden sich kaum vermeiden lassen.

Belecke.. Eine „Verspargelung“ der Landschaft fürchten die einen, andere warnen vor einer Zerstörung der Wälder, und wiederum andere äußern Sorgen vor angeblich gefährlichem Infraschall – viele Ängste stehen im Raum, wenn über die knapp 200 Meter hohen Windkraftanlagen diskutiert wird, die künftig im Arnsberger Wald aufgestellt werden könnten.

Denn im Entwurf zum Regionalplan der Bezirksregierung sind gleich vier Vorrangzonen für Windenergie in Warstein vorgesehen – drei davon im Wald. „Das ist noch ein Entwurf, also kann niemand sicher sagen, wie viele Windräder am Ende tatsächlich gebaut werden“, erläuterte Guido Niermann, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Regionalrat, am Montag in Belecke, „aber wer sagt, dass sich neue Windräder generell verhindern lassen, der lügt.“

Kein Verhandlungsspielraum

Der Soester erklärte vor rund 40 Zuhörern, wie der Entwurf zum Regionalplan – der am Ende regelt, was auf welchen Flächen passieren darf – und wie damit auch die Wind-Vorrangzonen entstanden sind. Die Bezirksregierung musste nämlich Vorgaben der Landesregierung beachten, die 18 000 Hektar für Windräder in Südwestfalen einforderte. „Da haben wir, wenn der Entwurf so beschlossen wird, vor Ort keinen Verhandlungsspielraum“, sagte Niermann, „dann werden wir auf die vier Flächen in Warstein nicht verzichten können.“

Niermann räumte ein, dass bei der Erstellung des Entwurfs in Arnsberg Fehler gemacht wurden. So liegen einige der Vorrangzonen in unter Schutz gestellten FFH-Gebieten, andere in der Nähe eines Schwarzstorch-Nests. „Das ist eigentlich ein klassisches K.O.-Kriterium“, betonte Niermann, „offensichtlich war die Datenlage in Arnsberg nicht korrekt.“

Im Herbst werden die Planer der Bezirksregierung Gespräche mit den einzelnen Kommunen aufnehmen, so auch mit Warstein. „Die fachlich sehr gute Stellungnahme der Stadt ist eine gute Grundlage dafür“, ist Niermann überzeugt, „das werden Verhandlungen auf Augenhöhe sein.“

Beteiligung an Windparks

Verhandlungen, die – geht es nach der CDU – dann von Thomas Schöne als Bürgermeister geführt würden. „Wenn wir neue Windräder nicht verhindern können, müssen wir ganz genau gucken, wo sie hinkommen“, betonte Schöne, „und dann muss es sich auch für die Warsteiner Bürger lohnen.“ So schweben ihm etwa genossenschaftliche Modelle unter Beteiligung der Bürger vor.

Niermann wie Schöne betonten, dass auch Warstein einen Teil der Lasten aus der Energiewende tragen müsse. Zugleich machten sie klar, dass mit den Windkraftanlagen auf der Haar bereits ein Beitrag geleistet werde. Am Sinn der Energiewende haben sie keinen Zweifel. „Die Alternative zur Windkraft wäre die Rückkehr zur Atomenergie“, sagte Niermann, „da ist die Energiewende definitiv der richtige Ansatz.“