Vortrag zum Gedenkjahr

Soest..  Anlässlich des Gedenkjahres der Auschwitz-Befreiung laden der Rosa-Luxemburg-Club Hellweg und die Bildungsgemeinschaft SALZ am Donnerstag, 26. Februar, um 19.30 Uhr zu einem Vortrag in das Petrushaus (Petri-Kirch-Platz, Soest) ein, der unter dem Titel „Gegenübergestellt: Opfer und Täter“ den Blick auf Hammer und Soester Sinti und ihre Entschädigungsverfahren lenkt.

Unter den von den Nazis Verfolgten und Ermordeten waren viele Angehörige der Sinti und Roma. Auch in der Nachkriegszeit setzten sich Ausgrenzung und Kriminalisierung dieser Bevölkerungsgruppe fort; ihre Verfolgung in der NS-Zeit galt noch lange als kriminalpolizeilich begründet. So wurden ihre Haftzeiten zunächst gar nicht, später nur teilweise anerkannt, obwohl nur höchstens 25 Prozent der deutschen Sinti und Roma überlebten.

Entwicklung analysiert

Das Seminar mit der NS-Forscherin Mechtild Brand (Welver) nimmt Opfer und Täter in den Blick. Sie analysiert deren Entwicklung und beleuchtet verschiedene Einzelschicksale nach dem Krieg. Dabei geht es auch um die Frage, welche Rolle die fehlende Aufarbeitung der NS-Verbrechen an den Sinti und Roma bei der Verbreitung diskriminierender Diskurse heute spielt. Interessierte aller Altersgruppen sind eingeladen, der Eintritt ist frei.