Vorbereitungen für Filmdreh in LWL-Klinik in heißer Phase

Dreharbeiten auf LWL-Gelände "Nebel im August"
Dreharbeiten auf LWL-Gelände "Nebel im August"
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Auf dem Gelände der LWL-Klinik haben die konkreten Vorbereitungen für die Dreharbeiten des Spielfilms „Nebel im August“ begonnen. Der Klinikchef ist Feuer und Flamme.

Warstein..  Ungewöhnliche Anrufe sind für Dr. Josef Leßmann, den ärztlichen Leiter der LWL-Kliniken, gar nichts Ungewöhnliches.

Aber der junge Mann, der Anfang des Jahres die Nummer in Warstein angewählt hatte, verblüffte auch den Psychiater. „Wir wollen einen Film auf dem Klinik-Gelände drehen“, ließ er wissen und stellte sich als „Location­scout“ vor. „Location­scout – davon hatte ich vorher noch nie gehört“, schmunzelt Leßmann.

Als man ihm dann Details mitteilte, war der Klinikchef gleich Feuer und Flamme und sagte bestmögliche Unterstützung zu. Nach einem ersten Besuch auf dem Klinikgelände war das Filmteam dann gleichermaßen begeistert. Leßmann: „Sie waren auf der Suche nach möglichst authentischen Gebäuden und Plätzen. Davon haben wir ja reichlich.“

Ausgesuchte Objekte

Vor allem das ehemalige Waschhaus, ein ungenutztes Gebäude neben dem Museum, hatte es den Filmemachern angetan, weil hier buchstäblich die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. „Die waren völlig aus dem Häuschen“, erinnert sich Leßmann. Auch das Gebäude Nummer 18, das aktuell ebenfalls nicht mehr genutzt wird, fand den Gefallen der Crew.

Mit Regisseur Kai Wessel und Produzent Sebastian Neitsch nahmen dann auch wenig später die entscheidenden Filmleute die ausgesuchten Objekte in Augenschein. Auch sie waren von den Möglichkeiten, die das Klinikgelände bietet, mehr als angetan.

„Wir haben ja zu dem Film ,Nebel im August’ auch unsere eigene Geschichte“, weiß Leßmann und meint damit, dass auch Warstein im Zentrum des menschenverachtenden Euthanasieprogramms der Nationalsozialisten gestanden hat: 1575 Menschen sind von hier aus in die Vernichtungslager transportiert worden. Die meisten von ihnen haben dort den Tod gefunden. In der Treisekapelle erinnert seit über zwei Jahren eine Gedenktafel mit allen Namen an diese Männer und Frauen sowie Kinder. Jedes Jahr im November gibt es zudem eine eigene Gedenkfeier für die Opfer.

Inzwischen haben auf dem LWL-Gelände die konkreten Vorarbeiten für den Drehstart am 6. Mai begonnen: Aus dem Waschhaus klang gestern das Lärmen von Flex und Bohrmaschine. An der Tür hängt ein Schild „Betreten verboten“. „Wenn wir dort fertig sind, werden sie ihr Waschhaus nicht mehr wiedererkennen“, hat Aufnahmeleiterin Ricarda Goray Dr. Leßmann schon vorgewarnt. Vor allem wenn Christoph Kanter, der für die Ausstattung verantwortlich ist, mit seinem Team und unzähligen Requisiten anrückt, beginnt die Zeitreise in die 40er Jahre, in denen das Buch von Robert Domes spielt. Leßmann: „Ich bin schon ganz gespannt.“

Hauptquartier bezogen

Als „Hauptquartier“ dient den Filmemachern im übrigen inzwischen das Gebäude der ehemaligen Kindertagesstätte Hexenhäuschen. Dort ist man mit Sack und Pack eingezogen. Das aufwändige Casting auf dem Klinikgelände hat Josef Leßmann übrigens mit fasziniertem Interesse verfolgt: „Da ist mir das Herz aufgegangen. So viele junge Leute in unserem alten Laden – einfach toll.“