Von der Frühgeschichte bis heute

Warstein..  Wer waren die Gründungsväter Warsteins? Was passierte nach dem großen Stadtbrand in der Silvesternacht von 1802? Und wo sind noch Spuren des Zweiten Weltkrieges in Warstein zu finden? Fragen, auf die viele Warsteiner Antworten suchen und diese bald auch bekommen sollen. „Eine Stadtgeschichte soll es werden, von der Frühgeschichte der Stadt bis heute“ so Kustos und Ortsvorsteher Dietmar Lange. Das letzte historische und wissenschaftliche Gesamtwerk über die Stadt Warstein ist aus dem Jahr 1844, als Dr. Joseph Bender sich der Quellen- und Archivarbeit der Wästerstadt annahm.

Geschenk für die Stadt

„Lange ist’s her“, befand auch Franz Bernd Köster als Geschäftsführer der Franz Köster Hartsteinwerke, einer der Muttergesellschaften der Westkalk in Warstein: „Wir möchten mit unserem 100-jährigen Bestehen der Stadt ein Geschenk machen. Also unserer Heimatstadt etwas zurückgeben – das soll diese Stadtgeschichte sein.“ Längere Zeit hatte er gemeinsam mit Lokalhistoriker Dietmar Lange überlegt, wie sich diese Stadtgeschichte aufbauen könnte, wie Historiker und Autoren für die jeweiligen Themen und Aufsätze gefunden werden können. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, über eine gewisse Zeit in Archiven zu recherchieren und interessierte Zeitzeugen zu befragen“ so Lange, der anmerkte: „Hier in Warstein ist Stadtgeschichte greifbar. Das soll hiermit für jedermann möglich sein.“ Von einer alleinigen Veröffentlichung der bisweilen auch problematisch zu sehenden und zu diskutierenden Geschichte der Steinindustrie wollen Dietmar Lange und Franz Bernd Köster Abstand nehmen. „Eine komplette Stadtgeschichte ist das, was dieser Stadt seit nun 170 Jahren fehlt“ so Franz Bernd Köster: „Das ist eine Herzensangelegenheit für mich.“

Dennoch müssen sich die Warsteiner Bürger noch ein wenig gedulden. „Ich vermute, dass es etwa drei Jahre in Anspruch nehmen wird, bis das Werk in seiner endgültigen Fassung steht. Es müssen Autoren gewonnen werden, Themen abgesteckt, Quellenmaterial und Forschungsliteratur gefunden und ausgewertet werden“, so Dietmar Lange, der bereits Kontakt zum Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens aufgenommen hat. Dieser wird dann die Warsteiner Stadtgeschichte in seine Publikationsreihe aufnehmen und im Bonifatius-Verlag in Paderborn erscheinen lassen. „Das wird mehr als eine Jubiläumsfestschrift. Ich vermute, es wird in etwa auf 800 Seiten hinauslaufen“ so Lange, der die Zusammenarbeit mit dem Förderer der Warsteiner Stadtgeschichte, Franz Bernd Köster, aufrecht halten will: „So etwas ist ein Geschenk für diese Stadt.“

Bürger einbeziehen

Bis Ostern sollen Themen und Autoren gefunden werden, deren Ergebnisse in regelmäßigen Veranstaltungen unter dem Leitsatz „Warsteiner Stadtgeschichte(n)“ stattfinden werden. „Wir wollen möglichst viele Bürger mit in die Recherche einbeziehen, Fragen stellen und Antworten bekommen, die möglicherweise keine Quelle geben kann“ so Köster und Lange.