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Familiendrama

Vom eigenen Vater in den Libanon entführt

10.12.2009 | 19:00 Uhr
Vom eigenen Vater in den Libanon entführt

Lippstadt. Der kleinen Senah ist ihr größter Wunsch zum Geburtstag am Donnerstag nicht erfüllt worden. Denn ihr größter Traum ist die Rückkehr zu ihrer Mutter nach Lippstadt. Stattdessen wird sie irgendwo im Libanon acht Jahre alt. Sie ist von ihrem Vater ins Ausland entführt worden.

Die kleine Senah, die vermutlich im Libanon lebt, ist eines von etwa 1600 Kindern in Deutschland, die im Jahr von einem Elternteil entführt werden.

Senah könnte Glück haben. Sie könnte zu den rund zehn Prozent der Kinder gehören, die tatsächlich zurück nach Deutschland kommen. Denn bei Senah deutet sich eine gütliche Einigung an, wie Lars Bruhns von der Hamburger „Initiative Vermisste Kinder” andeutet. Sie kümmert sich ebenso um das Mädchen wie die deutsche und die italienische Botschaft im Libanon, dazu der einflussreiche Mufti von Tyros im Libanon.

Vater hat das Sagen

Nach der dortigen Gerichtsbarkeit hat beim Sorgerecht der Vater das Sagen. Der islamische Rechtsgelehrte räumte der Mutter immerhin den Umgang mit ihrer Tochter im Libanon ein: Seit fünf Wochen hält sich Rosina P. dort an einem geheimen Ort auf - eine Woche lang konnte sie ihre Tochter täglich sehen, eine Stunde pro Tag in einem Hotel.

1999 hatte die gebürtige Italienerin, die in Lippstadt als Arzthelferin arbeitet, ihren Mann Hassan kennen gelernt. 2001 wurde sie schwanger, sie heirateten, zwei Wochen danach kam der Libanese wegen Drogenhandels in Haft. Dank seiner Frau konnte er seine Abschiebung verhindern. Nach der Freilassung sagte er seiner Frau schonungslos, er habe sie nur wegen des Bleiberechts geheiratet. Er wurde gewalttätig gegen sie und seine Tochter.

Senahs Mutter Rosina P. in Beirut: Sie hofft, ihr Kind bald wieder in Lippstadt in die Arme nehmen zu können.

Im Dezember 2008 folgte die Scheidung, der Vater bekam ein Umgangsrecht. Das Familiengericht stimmte auch einem gemeinsamen Urlaub von Vater und Tochter zu - aus dem er im Juni 2009 dann nicht zurückkehrte, wie die Mutter es befürchtet hatte.

Familie des Mannes ist vorbestraft

Auch für Lars Bruhns, der viele ähnliche Fälle kennt, ist der von Senah in einer Beziehung ganz besonders: „Die ganze Familie des Mannes ist vorbestraft.” Es ist ein Fall, der in der Region in der Vergangenheit bereits große Wellen schlug. Die vermögende libanesische Großfamilie beantragte in Lippstadt in schöner Regelmäßigkeit Sozialhilfe - im Zeitraum zwischen 1997 und 2001 300.000 Mark von Sozial- und Arbeitsamt.

Auf Konten der Kinder wurden 330.000 Mark, auf einem libanesischen Konto 400.000 Mark aufgespürt. Das damals 54 Jahre alte Familienoberhaupt setzte sich in den Libanon ab, nachdem er im Keller seines Hauses in Lippstadt über Jahre in Schwarzarbeit eine Bäckerei betrieben und die Region mit Fladenbroten beliefert hatte. 336.000 Mark an Umsatz hatte er nicht versteuert, vor Antritt einer fast vierjährigen Haftstrafe flüchtete er. Die Bäckerei entdeckte die Polizei nur durch Zufall: Eigentlich ermittelte sie gegen zwei der Söhne wegen Drogengeschäften.

Da ist jetzt noch ein Haftbefehl in Deutschland offen. Dieser könnte ausgesetzt werden, damit im Gegenzug Senah zurückkehren könnte. Dies könnte Bestandteil der Einigung im Libanon sein. Inzwischen machen auch Hassans eigene Brüder wohl Druck hin auf eine Einigung. Vor einer Woche scheiterte diese allerdings: Unter einem Vorwand verschwand Hassan.

Spektakuläre Entführungen

Die Hamburger Initiative kümmert sich um Vermisstenfälle, die anders als bei spektakulären Entführungen, nicht im Rampenlicht stehen: „Die Mütter sind so dermaßen hilflos”, sagt Lars Bruhns. Er steht in engem Kontakt zur Mutter: „Dem Mädchen geht es nicht gut.” Im Beisein des Mufti sei Senah gefragt worden, bei welchem Elternteil sie am liebsten leben wolle - „bei Vater”, antwortete die Kleine.

Nachher habe sie ihrer Mutter heimlich gesteckt, „der Papa hat gesagt, wenn ich sage, dass ich zu dir will, dann schneidet er mir die Kehle durch”. Bruhns weiß schon jetzt: Sollte das Kind zurückkehren, dann muss es in ärztliche Behandlung - Kinder seien nach solchen Tragödien immer traumatisiert.

Den Behörden in Deutschland sind die Hände gebunden. Mit dem Libanon gibt es kein Auslieferungsabkommen. Die meisten der Fälle von Kindesentzug und Kindesentführung betrifft Länder im arabischen Sprachraum.

Weiter Infos gibt es hier.

Jürgen Kortmann

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Kommentare
02.03.2010
12:49
Vom eigenen Vater in den Libanon entführt
von G.de Vries | #37

ich war selbst 15 jahre mit einem libanesen verheiratet und viel im libanon. meine tochter lebt auch dort auf ihren wunsch hin. sie wird 16 und ihr vater hat ein mädchen geheiratet,das kaum älter als sie ist. es wird sehr schwer sein ein kind von dort zurück zu holen,da man dort als deutsche keine rechte hat. man ist als besucher mit vollen taschen gerne gesehen,aber sonst nicht. aus wenn man beim sheik das umgangsrecht mit dem kind einfordert,heisst es noch lange nicht,man darf es sehen. ich kann nur einen rat geben,immer vorsicht beim zusammenleben mit einem araber! und besonders,wenn es in der beziehung krieselt. achtet auf eure kinder ! ich kenne die kultur dort und spreche auch etwas ihre sprache,aber achtung haben die männer nur vor frauen,solang man sie braucht,denn dort wird man schnell gegen eine andere ausgetauscht.meiner tochter wurde vom vater alles versprochen,sie bekam jeden wunsch erfüllt,dann kam sie aus den ferien nicht mehr zurück.

15.12.2009
01:46
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von rene.bogdanski | #36

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14.12.2009
19:51
Vom eigenen Vater in den Libanon entführt
von Vati und Mutti | #35

Hallo,

Kindesentzug ist kein Einzelfall. Schlecht wenn die Kinder in arabische Staaten verbracht werden. Denn die haben SPEZIELL für solche Kindsentführungen KEINE Abkommen mit Deutschland.
D. h. selbst wenn frau das ALLEINIGE Sorgerecht hat ist eine Rückführung des Kindes nicht ohne Erlaubnis des Mannes möglich.
Generell ist in der arabischen Welt der Vater für die Erziehung der Kinder ab 6 Jahren verantwortlich.
Das heißt nicht, dass er sich mit ihnen beschäftigt, sondern nur er sagt wo es entlang geht.
Genauso hat die Frau nix, niente, nitchewo, non, no zu sagen.
Das fängt schon im Islam z. B. bei Sure 4.34 an.
Informationsseite über dieses Verhalten (Heirat zwecks Aufenthalt gibt es auf der Seite 1001 (Bezness).
Zu Libanesen: Natürlich sind nicht alle Libanesen Banditen.
Aber der Anteil ist nicht eben niedrig.
Am besten holt man sich nochmal 100.000 von der Sorte, damit es hier in Deutschland nicht vollkommen langweilig wird.
Mit solchen Leuten kann man prima Staat machen! scnr.
Aber wir bekommen jetzt Iraker.
Jeder kann natürlich heiraten wen er / sie möchte. Sollte sich aber nicht wundern über kulturspezifisches Verhalten.
Auch hier wieder: NATÜRLICH gibt es Frauen die auch mit diesen Männern glücklich sind.
Aber.........ihr seit selbst verantwortlich.......Märchen werden jeden tag millionenfach (auf der GANZEN Welt) erzählt.

11.12.2009
11:20
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von James.Brunt | #34

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

11.12.2009
10:19
Vom eigenen Vater in den Libanon entführt
von Iskaltwoll | #33

Welche Hohlköpfe sitzen in der Verwaltung, dass ungestraft kriminellen Millionären 6250 DM MONATLICH gewährt werden darf? Solche Leute kann man doch nur entlassen und ihnen die Pension entziehen.

11.12.2009
10:02
Vom eigenen Vater in den Libanon entführt
von holmark | #32

Schlimm ist das vor allem für das Kind. Es liebt beide Eltern und verliert gegen seinen Willen einen Elternteil. Ich wünsche mir eine starke Lobby für Kinder.

11.12.2009
10:00
Vom eigenen Vater in den Libanon entführt
von Marcus Heinrich Rohner | #31

Das ist doch mal ein Artikel, den sich Fatih, Imaz und wie sie alle heißen einmal genau durchlesen sollten!

11.12.2009
09:58
Vom eigenen Vater in den Libanon entführt
von B.Schmitz | #30

Das ist doch allgemein bekannt und mir kann keiner erzählen, dass es Frauen gibt, die das nicht wissen. Außerdem ist das schließlich kein Einzelfall. Ich sage nur selber schuld wer sich darauf einlässt. Da kann ich auch kein Mitleid mit haben.

11.12.2009
09:51
Vom eigenen Vater in den Libanon entführt
von Chur | #29

Wann werden die Frauen das endlich lernen? Die netten jungs sind meistens nett, die gefährlichen meisten gefährlich. Aber nett ist ja langweilig. Lebt mit den Konsequenzen oder haltet die Klappe.

11.12.2009
09:26
Blockierter Kommentar.
von immerwiedergelöscht | #28

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