Voller Körpereinsatz und wahres Feingefühl

Die Klavierklasse von Martin Krömer verzauberte ihr Publikum beim Konzert
Die Klavierklasse von Martin Krömer verzauberte ihr Publikum beim Konzert
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Faszination Klavier“ – nicht umsonst war der Konzertnachmittag der Klavierklasse des Musikschullehrers Martin Krömer bereits mit einer Art Versprechen betitelt. Er hatte ein buntes Programm zusammengestellt.

Warstein..  Die Musik nahezu hautnah „erleben“, das konnten die aufmerksamen Zuhörer wirklich, brillierten Musikschüler und -lehrer doch mit atemberaubend schnellen Tastenfolgen, gefühlvoll langsamen Passagen sowie mit einer unglaublichen Klangvielfalt, die weit über die 88 schwarzen und weißen Tasten hinaus ging.

Die Pianisten verstanden es besonders, mit der Lautstärke des Instrumentes zu variieren und so eine unglaubliche Spannung im Zuschauerraum aufzubauen. Martin Krömer übernahm es, die Gäste durch das Programm zu leiten und informierte in seinen Anmoderationen über die entsprechenden Komponisten der Stücke.

Beschwingte Eröffnung

Mit der Sonata in C-Dur von Domenico Scarlatti eröffnete Krömer den Klaviernachmittag mit einer beschwingten, fröhlichen Melodie und lockerte damit gleich die Atmosphäre für die vier Musikschüler, die im Anschluss, immer im Wechsel mit ihrem Lehrer, ihr musikalisches Können unter Beweis stellten.

„Das Klavierwerk Johann Sebastian Bachs gehört zu den Gipfelleistungen“, leitete Krömer ein, bevor er Christopher Schröder am Flügel begrüßte – so habe Beethoven einmal gesagt, dass Bach nicht „Bach, sondern Meer“ heißen müsste. Diesen „Gipfel“ nahm sich der erste Schüler mit dem Präludium in c-moll (BWV 999) vor, und meisterte die Hürde mit Bravour. Auch mit einer Variation in C von „Ah! Vous dirai-je, Maman“ von Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Melodie den meisten Zuhörern von „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ wohlbekannt sein dürfte, begeisterte Christopher Schröder mit schier federleichtem Tastenspiel und wohlgewählten Lautstärkevariationen, die die Melodie maßgeblich mitgestalteten.

Lehrer nimmt zweiten Anlauf

Anschließend war es wieder Krömer, der mit einer Klaviersonate (op. 31 Nr.2 in d-moll) von Ludwig van Beethoven, das Forum mit zarten, ruhigen und gegensätzlich kräftigen Tönen erfüllte – doch plötzlich hörte der Musikschullehrer auf zu spielen: „Darf ich noch mal anfangen?“ Dies seien Momente, die man keinem Musiker wünsche, entschuldigte sich Krömer nach dem überaus erfolgreichen, zweiten Anlauf. „Aber das ist nun mal live“, lachte er und konnte so wohl seinen nachfolgend musizierenden Schülern am besten lehren, dass auch erfahrenen Musikern immer mal kleinere Fehler unterlaufen können.

Hochkonzentriert widmete sich dann Bright Umezulike der Prelude (op.3 Nr.2) in cis-moll von Sergei Rachmaninoff, meisterte komplizierte Tonfolgen, erzeugte bei dem einen oder anderen Zuhörer Gänsehaut durch schwere, dunkle Klänge und aufbrausende Stimmung im Zuge der Melodie. Auch bei dem moderneren Stück „All of me“ von dem amerikanischen Komponisten Jon Schmidt bewies Umezulike mit vollem Körpereinsatz – spielte er doch nicht nur mit den Händen, sondern zeitweise auch mit den Ellbogen – Feingefühl für Lautstärke, Tempo und Überraschungseffekte.

Melinda Jochum leitete den romantischen, moderneren Teil des Konzertes mit drei Stücken Yann Tiersens ein, verzauberte das Publikum etwa mit „Comptine d’un autre ete“ oder „La Valse d’Amelie“ aus der fabelhaften Welt der Amelie.

Filmmusik aus Narnia

Auch Theresa Rellecke widmete sich mit „The Battle“ der Filmmusik von Harry Gregson-Williams aus den „Chroniken von Narnia“ und unterstrich mit ihrem großartigen Spiel, warum dieses Stück bei den Golden Globes nominiert war.

Noch einige Highlights zeichneten das Konzert der Klavierklasse der Musikschule weiter aus. Nach Erbringen dieser musikalischen Leistungen stellte sicherlich niemand der Konzertbesucher mehr die „Faszination“ des Klaviers, wie es der Titel des Nachmittags versprach, in Frage.

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