Viel Schlaf hält 102-Jährigen noch immer fit

Warstein..  105 Jahre alt zu werden, das ist eine Marke, die sich Christian Bongenberg selbst gesetzt hat – und er ist auf dem besten Wege dahin, dieses Ziel zu erreichen. Am gestrigen Neujahrstag feierte der älteste Warsteiner Bürger, Christian Bongenberg, seinen 102. Geburtstag. Klar, dass zu diesem ganz besonderen Tag nicht nur die Familie gratulierte, sondern auch Bürgermeister Manfred Gödde, stellvertretender Bürgermeister Gregor Dolle und Diakon Ludger Althaus.

„Dieser Besuch hat bei mir schon Tradition“, erklärte Gödde, der gleichzeitig hoffte, noch viele Jahre bei den Bongenbergs zu Gast sein zu dürfen. „Jetzt arbeiten wir auf die 103 hin“, gab auch Ludger Althaus dem Altersjubilar die besten Wünsche mit auf den Weg.

Christian Bongenberg wurde am 1. Januar 1913 in Vossenack in der Eifel geboren als viertes von insgesamt zwölf Kindern. Während seiner Grundschulzeit siedelte die Familie ins Ruhrgebiet nach Gelsenkirchen um, wo Christian Bongenberg zunächst die Volksschule und später die Handelsschule besuchte.Nach seiner Ausbildung arbeitete er in der kaufmännischen Abteilung eines Textilbetriebes, wechselte allerdings nach einigen Jahren in den Bergbau. Später war er in der chemischen Industrie tätig.

1939 heiratete Christian Bongenberg seie Ehefrau Anneliese. Kurt darauf wurde der 26-Jährige als Soldat eingezogen.“Er hat mir mal erzählt, dass er seinen Helm im Graben neben sich gestellt hat, damit der Feind auf diesen schoss und er sicher war“, erzählte Ludger Althaus. Doch die schreckliche Kriegszeit ging nicht spurlos an ihm vorüber. Er wurde schwer verletzt und lag in Wien und Prag längere Zeit im Lazarett.Kurz vor Kriegsende kehrte er ins Ruhrgebiet zurück und gründete mit seiner Frau eine Familie mit zwei Söhnen, Klaus-Peter und Frank.

Erfolgreicher Leichtathlet

1975 ging Christian Bongenberg schließlich in Rente und hatte nun noch mehr Zeit, sich seiner Familie und seinen lieb gewordenen Hobbys, der Leichtathletik, dem Sammeln von Briefmarken und Tier- und Sportsendungen im Fernsehen zu verfolgen.

Im Jahr 1994 erschütterte ein schwerer Schicksalsschlag die Familie. Sohn Klaus-Peter starb. Im folgenden Jahr zogen Christian und Anneliese Bongenberg zu ihrem Sohn Frank, der bereits 1988 das Ruhrgebiet verlassen hatte, und dessen Familie nach Warstein in die Schubertstraße. Vor acht Jahren starb seine Ehefrau Anneliese, mit der Christian Bongenberg 68 Jahre lang verheiratet war. Seitdem kümmern sich Sohn Frank und Schwiegertochter Helga liebevoll um den Senior.

Mit 102 Jahren sei sein Vater noch erstaunlich fit und habe einen bemerkenswerten Tagesablauf, wie Sohn Frank berichtete. So hält den ältesten Bürger Warsteins viel Schlaf jung. „Mittags um zwölf Uhr wecke ich ihn, davon ist er wenig begeistert“, erzählte Frank Bongenberg. Dann werde gefrühstückt, bevor es an die Lektüre der WESTFALENPOST geht. Denn wenn er zum Frühstück die Zeitung lesen würde, würde er glatt das Essen vergessen. Anschließend folgt der Mittagsschlaf, der bis etwa 18.30 Uhr dauert. „Wenn ich ihn dann wieder wecke, ist er wieder sauer“, schmunzelte Frank Bongenberg. Dann gibt es ein warmes Abendessen und anschließend zappt sich Christian Bongenberg so lange durch die Fernsehsender, bis er eine Tier- oder Sportsendung findet.Fußball ist eine besondere Leidenschaft des Schalke-Fans.

Und noch eine Leidenschaft hat der 102-Jährige: Das Autofahren – allerdings nur als Beifahrer von Sohn Frank, den er drei Mal in der Woche zum Einkaufen begleitet.

Eine große Feier steht in diesem Jahr noch im Hause Bongenberg an: Christian Bongenbergs Enkel Michael wird seine Verlobte Janina heiraten.