Viel Bewegung im Industriegebiet in Belecke

Im so genannten „Wachtelkönigacker“ (unten links im Bild) soll Platz für ein auswärtiges Unternehmen entstehen.
Im so genannten „Wachtelkönigacker“ (unten links im Bild) soll Platz für ein auswärtiges Unternehmen entstehen.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Ein mittelständisches Unternehmen von außerhalb möchte sich im Industriepark ansiedeln. Dafür ist vorab eine Vogelschutzprüfung nötig.

Belecke..  Es tut sich was im Industriepark Belecke: Gleich zwei Maßnahmen könnten das Industriegebiet auf der Haar nachhaltig verändern: Neben der bereits ansässigen Firma Wagu möchte ein mittelständisches Unternehmen von außerhalb seinen Sitz nach Warstein verlegen (wir berichteten). Doch dafür muss im nördlichen Bereich des Industrieparks eine neue Ausgleichsfläche geschaffen werden.

Das interessierte Unternehmen mit aktuell 65 Mitarbeitern braucht eine bestimmte Hallengröße für seine Produktion, die auf den vorhanden Flächen im Gewerbegebiet nicht möglich ist. „Deswegen müssen wir in Richtung des Haarwegs 35 Meter erweitern“, erklärt Stadtplaner Meinolf Kreggenwinkel. Es handelt sich dabei um den Bereich des so genannten „Wachtelkönigackers“, der einst als Ausgleichsfläche angelegt wurde. Für den Wegfall dieses Ausgleichsbereichs muss natürlich Ersatz geschaffen werden – und zwar in unmittelbarer Nähe, wie Kreggenwinkel am Dienstag im Stadtentwicklungs-Ausschuss erklärte. Die hierfür angedachte Fläche befindet sich zwischen dem Haarweg und der Bahntrasse der WLE. „Es ist allerdings auch absehbar, dass wir uns auf eine größere Ausgleichsfläche einstellen müssen“, gab Kreggenwinkel zu bedenken.

Wo ist der Wachtelkönig?

Bevor die Fläche definitiv als Ausgleichsbereich ausgewiesen wird, muss ohnehin eine Vorprüfung im Bezug auf das Vogelschutzgebiet Hellwegbörde erfolgen – Stichwort Wachtelkönig. Bis zum Sommer könnte dies klappen, hofft der Stadtplaner: „Bis dahin hat der interessierte Unternehmer auch seine Frist gesetzt.“

Ob denn auch überprüft würde, dass der Wachtelkönig wirklich dort sei, fragte Gerd Flaig (SPD) mit Blick auf die Zeitspanne. „Das wird an drei verschiedenen Tagen überprüft“, bestätigte Kreggenwinkel. Denn dass ein Unternehmen, das so eindeutig großes Interesse an dem Wirtschaftsstandort Warstein hat, möglichst schnell an die Stadt gebunden werden sollte, darüber herrschte Einigkeit bei den Ausschussmitgliedern.

Wirtschaftsförderer Alfred Bathe bestätigte: „Die Verhandlungen mit dem Unternehmen laufen bereits seit einem Jahr. Es handelt sich eindeutig um eine ernsthafte Anfrage. Wir sind die erste Wahl für das Unternehmen, das wurde uns signalisiert.“ Deswegen sei man bemüht, das Unternehmen möglichst schnell mittels eines Vertrages an den Standort zu binden. 25 000 Quadratmeter Gewerbefläche könnte die Stadt auf diesem Wege verkaufen.

Straße wird überbaut

Ein „enormer“ Eingriff – so formulierte es Fachbereichsleiterin Sabine Leitner – soll auch an anderer Stelle des Industrieparks vorgenommen werden: Die geplante Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen Wagu Gummitechnik und der Firma Aeroflex macht eine Umplanung der Flächen im Bereich der Friedrich-Harkort-Straße vonnöten. Dadurch soll es den beiden Unternehmen ermöglicht werden, über die einstige Straße ihr Werk beziehungsweise die Produktionshalle miteinander zu verbinden. „Eine Wendefläche für LKW ist in diesem Bereich vorgesehen“, konnte Meinolf Kreggenwinkel die Sorge entkräften, dass durch den Verlust dieser Straßenverbindung die Verkehrsführung massiv gestört werde.