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Verspätetes Geburtstagsgeschenk

21.05.2012 | 18:37 Uhr
Verspätetes Geburtstagsgeschenk
Vogelschießen in Meiste: Maximilian Untiedt und Linda Dusny sind neues Königspaar.

Meiste. Zwei Brüder, ein Ziel: Sowohl Maximilian (27 Jahre), als auch Friedrich (30 Jahre) Untiedt wollten in Meiste Schützenkönig werden. In einem spannenden Zweikampf, in dem es zuletzt nur noch um ein winziges Stückchen Holz ging, musste der Ältere schließlich dem Jüngeren den Vortritt lassen.

Oberst Hermann Diemel war bester Laune: „Ich bin selten so ruhig ins Vogelschießen gegangen wie heute.“ Den Grund für seinen Gemütszustand allerdings verriet er nicht. Dieser wurde erst im Verlauf des Wettkampfes um die Königswürde klar. Zwei, zunächst sogar drei, Aspiranten hatte der Oberst quasi wie Asse im Ärmel und daher allen Anlass zur Ruhe.

„Holz ist Pflicht“, gab Hermann Diemel den Schützen mit auf den Weg, die sich auf den Weg zum Gewehr machten. Doch dieses Hinweises hätte es nicht bedurft. Konzentriert und gezielt gingen Friedrich und Maximilian Untiedt sowie Ralf Rudolf ans Werk. Letzterer wusste bereits „wie der Hase läuft“, war er doch gerade erst am Samstag als 25-jähriger Jubelkönig geehrt worden. Als er jedoch die ernsten Absichten den Untiedt-Jungs erkannte, überließ er diesen das Feld und zog sich diskret zurück.

„Da wird sich nicht mit Kleinigkeiten aufgehalten“, kommentierte Vorsitzender Arno Langer das zielgerichtete Tun am Gewehr. Die Flügel waren für die Schützen kein Thema. Stattdessen gingen sie aufs Ganze und zielten direkt ins Herz des Adlers. Trotzdem büßte dieser mit der Zeit seine Extremitäten ein. Friedrich Untiedt machte den Vogel einen Kopf kürzer, Bruder Maximilian krallte sich eine Kralle. „Dann kann er sich nicht mehr festhalten.“

Und doch hielt sich das hölzerne Federvieh noch eine ganze Weile in der Luft, auch wenn inzwischen doch beide Flügel und der Schwanz abhanden gekommen waren. „Kann man den Vogel nicht anders bauen, damit es auch mit der Mitte schneller geht“, gab sich Oberst Diemel ungeduldig.

Doch das Treffen des letzten Stückchens Holz brauchte seine Zeit. Nach einem gut einstündigen Wettkampf, in dem 157 Schuss abgegeben wurden, segelte es als verspätetes Geburtstagsgeschenk für Maximilian Untiedt zu Boden. Erst am Samstag war er 27 Jahre alt geworden.

Nun kann der Student der Agrarwirtschaft mit seiner Freundin und Königin Linda Dusny (23 Jahre) die Feierlichkeiten fortsetzen.

Ruckzuck verlor der Vogel seine Insignien und wie zuletzt beim Schützenfest in Altenrüthen ging Bürgermeister Peter Weiken dabei nicht leer aus. Mit dem 4. Schuss gehörte der Apfel ihm.

Nach dem 10. Schuss freute sich Adjutant Dominik Farke über das Zepter.

Direkt im Anschluss traf Christian Diemel, Hauptmann des 2. Zuges, die Krone.

Gebaut hatte den Vogel wieder Hermann Markmann.

Armin Obalski



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