Verschiedene Kanäle bedienen

Sehen viele positive Aspekte der Innenstadt-Untersuchung Lippstadts: Gerd Ziems, Dr. Ingo Lübben, Thomas Frye, Stephan Britten und Carmen Harms (v.l.).
Sehen viele positive Aspekte der Innenstadt-Untersuchung Lippstadts: Gerd Ziems, Dr. Ingo Lübben, Thomas Frye, Stephan Britten und Carmen Harms (v.l.).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Lippstadt hat eine attraktive Innenstadt zum Einkaufen und Bummeln. Das finden jedenfalls die Kunden, die im Rahmen einer bundesweiten Untersuchung befragt wurden.

Lippstadt..  Wie der Einzelhandel die Innenstadt beurteilt, wie die Verwaltung, die Wirtschaftsförderung – das ist mehr oder minder bekannt. Das ganze aus Sicht der Konsumenten zu betrachten, das war der Gedanke der bundesweiten Untersuchung „Vitale Innenstädte“, an der auch Lippstadt teilnahm.

Mehr als 60 Städte unterschiedlicher Größenordnung machten bundesweit mit. Dazu wurden an zwei Tagen Passanten in der Innenstadt zu ihren Eindrücken und Wünschen befragt. Die Auswertung, auch im Vergleich zu ähnlich großen Städten, präsentierte Stephan Britten, Handelsreferent der IHK Arnsberg, am Mittwoch auch der Öffentlichkeit.

Warum kommen die Kunden in die Innenstadt? Was kaufen sie? Ist die Innenstadt gut erreichbar? Ist die Vielfalt ausreichend? Was fehlt? Diese Frage hatten rund 600 Passanten im September zu beantworten. Für Thomas Frye von der IHK Arnsberg ist sicher, dass die Innenstadt zentraler Aspekt für den Einzelhandel ist. Den Kunden sei die Aufenthaltsqualität wichtig. Und Wirtschaftsförderer Dr. Ingo Lübben freute sich über die gute Bewertung, die Lippstadt dabei erhalten habe.

Noch besser werden

Wo Stellschrauben sind, um noch besser zu werden, das beleuchtete Stephan Britten. Er stellte heraus, dass der Onlinehandel allgemein immer stärker würde, für 2014 wird mit einem Marktvolumen von 10 Prozent gerechnet. Das ist noch nicht das Ende. „Der Kunde denkt situativ“, erläuterte der IHK-Experte – er kauft vor Ort, am Computer oder per Smartphone. Die Herausforderung für den Handel sei, die verschiedenen Kanäle zu bedienen. Denn: Der Kunde gehe selbstverständlich mit den Kanälen um, dabei gebe es keine Einbahnstraße. Problematisch: Der Non-Food-Bereich (unter anderem Elektro und Fashion), „Sortimente, die eine Innenstadt ausmachen“, wird immer mehr online abgewickelt.

Die Bewertung Lippstadts mit einer Note von 2,6 liegt knapp über dem Durchschnitt (2,7). Dabei, so die Einschätzung der Passanten, fehle es bei Angeboten für die tägliche Versorgung, während Lippstadt überdurchschnittlich für Freizeit- und Stadtbummel sei. Die meisten Besucher schauen nicht nur in ein oder zwei Geschäfte herein, halten sich dabei vergleichsweise lange in der Innenstadt auf.

Junge Kunden

Der Anteil der Besucher, die mit einem öffentlichen Verkehrsmittel kommen, ist überdurchschnittlich, das Alter der Innenstadtbesucher unterdurchschnittlich. Das Freud Gerd Ziems, Vorsitzender der Werbegemeinschaft – Lippstadt liege mit rund 40 Jahren fünf Jahre unter dem Durchschnitt. Ziems: „Eine bemerkenswerte Zahl.“

Besonders gut gefällt den Innenstadtbesuchern deren Gestaltung, die Sauberkeit, Vielfalt und Angebote, die Gastronomie sowie die Erreichbarkeit. Warum ausgerechnet der Aspekt „Sicherheit“ im Vergleich zu anderen schwach ist, darüber konnten die Beteiligten nur rätseln.

56,8 Prozent der Innenstadtbesucher kamen an den beiden Erhebungstagen aus der Stadt (in der Vergleichsgruppe 53,1 Prozent). Besonders starkes Einzugsgebiet ist dabei der Altkreis Lippstadt, aber auch Soest und Salzkotten. Überdurchschnittlich viel werden dabei Bekleidung und Schuhe sowie Sport- und Hobby-Artikel eingekauft. Lebensmittel deutlich unterdurchschnittlich. Kein Wunder: 515,5 Prozent der befragten vermissen dazu Angebote.