Vernünftig

Es ist eine Vernunftsentscheidung, die Manfred Gödde gestern verkündet hat. Ein vernünftiger Schritt ist es noch dazu. „Man muss ein dickes Fell haben und bei voller Gesundheit sein“, diese Voraussetzungen nannte Gödde selbst für das Bürgermeisteramt. Ein dickes Fall hat der Amtsinhaber, keine Frage. Doch seit seiner Krankheit im vergangenen Dezember ist seine Gesundheit nicht mehr so robust, dass er das Amt weitere fünf Jahre mit voller Kraft ausüben kann. Dieses Warnsignal hat Gödde verstanden.


Dass seine Chancen auf eine Wiederwahl ohne den Rückhalt seiner Partei nicht zum Besten stehen würden – auch das dürfte Manfred Gödde geahnt haben. Doch genauso sicher ist: Selbst dieses Wissen hätte ihn nicht davon abgehalten, sich bis kurz vor der Wahl noch alle Optionen offen zu halten. Ohne Zweifel – Manfred Gödde wäre gerne der Bürgermeister gewesen, der Warstein die B55n gebracht, der das Band zum Domviertel durchschnitten und die Warsteiner Vereinbarung unterschrieben hätte. Letzteres dürfte in seiner verbleibenden Amtszeit noch zu schaffen sein, für alles andere wird Gödde der Wegbereiter bleiben, der nun anderen die Bühne überlässt.


Manfred Gödde ist ein Mensch, der das Beste für seine Heimat erreichen möchte. Als Menschenkenner, Zuhörer und Kümmerer tut er genau das. Dass ihm so manche politische und verwaltungstechnische Qualität fehlt, mag dazu beigetragen haben, dass er sich insbesondere in den vergangenen Jahren viel Kritik gegenüber sah – auch aus seiner eigenen Partei.


Auch aus diesem Grund war die Entscheidung, nicht noch einmal anzutreten, die einzig richtige, die er treffen konnte. Manfred Gödde macht nun den Weg frei für neue Kräfte, die Warstein zum Wohle aller Bürger voranbringen können. Die also genau das tun, was Manfred Gödde „seinem“ Warstein wünscht.