Unterwegs auf windigen Sonnenpfaden

Wanderung im Möhnetal mit Hermann Bertling,Josef Wüllner und Wolfgang Heppekausen; besonderer Punkt Oberbergheim
Wanderung im Möhnetal mit Hermann Bertling,Josef Wüllner und Wolfgang Heppekausen; besonderer Punkt Oberbergheim
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Bei schönem Sonnenwetter gibt es nichts Schöneres als einen Spaziergang über die Haar. Mit den Donnerstags-Wanderern auf Entdeckungstour zwischen Fuchshöhlen und Oberbergheim.

Möhnetal..  Was tun, wenn die Waldwege nach dem Winter noch immer aufgeweicht sind und Schlamm und Dreck jeden Spaziergang zu einer echten Rutschpartie machen können – von dreckigen Wanderschuhen ganz zu schweigen? Man weicht für die Vorfrühlings-Wanderung ins freie Feld aus und auf befestigte Wege und hat so noch den Vorteil, dass man den Sonnenschein ausgiebig genießen kann ohne von Bäumen beschattet zu werden.

Oberhalb Mülheims, an den Fuchshöhlen, starten die Donnerstags-Wanderer Wolfgang Heppekausen, Josef Wüllner und Hermann Bertling mit mir im Schlepptau die Rundwanderung. Schön eben ist der Weg, der über die Höhe führt, genau das Richtige, um sich erst einmal einzulaufen. Gut ist nur, dass alle warm eingepackt sind, denn der kalte Wind pfeift hier ganz schön. Der Frühling ist eben noch nicht so nah wie erhofft.

Den zweiten Weg biegen wir rechts ab, hier säumt auf kurzer Strecke Buschwerk beide Seiten des Weges und schützt vor den scharfen Böen. Linkerhand steht ein einsames Windrad, weitere sind vor uns am Horizont zu entdecken. „Wir sind jetzt am höchsten Punkt“, meint Wolfgang Heppekausen. Und das ohne spürbare Steigung? Das lässt für die weitere Wanderung hoffen.Der Weg macht im weiteren Verlauf zwei Mal einen Linksschwenk, so dass wir die hier liegende Firma Mester und den Kalkofen, wo in den 90er Jahren legendäre Open-Air-Festivals stattfanden, quasi in einem Bogen umrundet haben. Der Weg steigt leicht bergan, die Sonne scheint uns ins Gesicht. Es ist herrlich ruhig hier oben auf der Haar.

Dann wenden wir uns nach rechts und wandern, nachdem wir die K 28 überquert haben, Richtung Oberbergheim. Hier hat uns der Wind wieder voll im Griff – aber auch die Sonne bekommen wir voll ab. „Ursprünglich sollte hier der Westfalenwanderweg herführen, der jetzt über die Trasse im Tal geht“, erzählt Heppekausen. Der Grund: Auch im Nachbarort Möhnesee führt der Wanderweg über die Haar. Heppekausen sprach sich damals gegen eine Wegeführung auf der Höhe aus. „Der Wind, die fehlende Infrastruktur, gerade was Gaststätten betrifft, haben uns davon abgehalten, den Weg hierher führen zu lassen.“

Außerdem sei der Weg im Tal frei gewesen, nachdem keine Eisenbahnen mehr fuhren, fügt Josef Wüllner hinzu, betont aber auch: „Bergwege haben schon einen eigenen Charakter.“ Die tolle Aussicht entschädigt auf jeden Fall für den Wind, der auch etwas Gutes hat – wir kommen nicht ins Schwitzen.

Nicht nur der Weg nach Oberbergheim ist schön, auch der Ortsteil selbst hat einiges zu bieten: Idyllisch liegt ein Dorfteich am Weg, liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser heben sich in traditionellem Schwarz-Weiß vom blauen Himmel ab. Fast fühlt man sich wie im Freilichtmuseum. Sicherlich ein schöner Ort zum Leben.

Nach links gehen wir die Oberbergheimer Straße hinunter. Das sich das erholsame Bergab-Laufen bald rächen wird ist klar und bestätigt sich, als wir nach links den Hudeweg und anschließend den Ölmannsberg hinauf laufen. Entschädigt werden wir Minuten später, als sich uns ein wunderschöner Blick auf Allagen eröffnet. Auch eine Bank steht hier, auf der man die Aussicht genießen könnte – wenn es nicht eben doch noch etwas kühl wäre.

Wenig Steigungen

Daher weichen wir auch von unserem ursprünglichen Plan ab, der uns über den Wandweg A2/4 ins Tal und über die Bachstraße wieder auf die Höhe geführt hätte, und bleiben sofort der Sonne etwas näher.

Die Udenstraße hinunter gehen wir nach Westendorf hinein und biegen nach links in den Goesmannsweg ab. Am Ende des Weges wenden wir uns nach links und biegen nach rechts in einen Feldweg. Wieder ist der Weg schön eben – welche Erholung. Am Himmelspol kommen wir schließlich an, wandern hinter dem Heiligenhäuschen links wieder leicht bergauf und wenden uns an der nächsten Kreuzung nach rechts. Der Wind hat inzwischen nachgelassen und wir kommen doch langsam ins Schwitzen. Wie gut, dass das an den Fuchshöhlen geparkte Auto schon in Sicht ist. Darauf einen kalorienarmen Müsliriegel, den wir uns nun wirklich verdient haben.