Überbelegung hat ab 2011 dauerhaft ein Ende
18.02.2010 | 18:30 Uhr 2010-02-18T18:30:00+0100Eickelborn. Nicht nur Patienten, sondern auch Mitarbeiter der Forensischen Klinik in Eickelborn werden Anfang 2011 umziehen müssen.
Mit der Fertigstellung der neuen Spezialkliniken für psychisch kranke Straftäter in Herne und in Münster-Amelsbüren wird dann die Dezentralisierung des Maßregelvollzugs in Westfalen und die dauerhafte Entlastung Eickelborns abgeschlossen sein.
Alle Plätze der neuen Kliniken besetzen Patienten aus Eickelborn: 90 kommen nach Herne, 54 nach Münster. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Umzug der Patienten, gab die Eickelborner Klinikleitung heute bei ihrer Jahrespressekonferenz bekannt.
Bereits seit einem Jahr laufen Verhandlungen mit den Personalräten: Denn die Mitarbeiterzahl sinkt von jetzt 410 auf 258. Viele werden mit den Patienten umziehen, alleine 78 haben Klauseln für eine Arbeit an anderen Klinikstandorten in ihren Verträgen: Kündigungen wird es nicht geben, „wir bekommen das sozialverträglich hin”, so Pflegedirektor Bernd Sternberg. Befristete Verträge laufen aus; viele Mitarbeiter würden sich auch an anderen Standorten des Landschaftsverbandes bewerben, sagte er. Sternberg räumte ein, dass die Altersstruktur der Beschäftigten in Eickelborn steigen wird — ein Problem, dem man sich ab 2011 stellen wolle: „Wir brauchen die Mischung, wir brauchen einen Altersmix.”
Durch die sinkende Patientenzahl werden zwei große Häuser außerhalb des gesicherten Bereichs überflüssig — für sie, so der Kaufmännische Direktor Helmut S. Ullrich, werde eine externe Nachnutzung gesucht. Problem: Beide sind denkmalgeschützt.
Das jahrelange Problem einer ständigen Überbelegung Eickelborns wird ab 2011 endgültig gelöst sein: Derzeit leben dort noch 401 Patienten, künftig sollen es dauerhaft 240 sein. Ihre Unterbringung und Therapie erfolgt, nach Schließung der beiden Häuser, komplett innerhalb des unüberwindbaren Plexiglaszaunes.
Für weitere sechs Jahre ist gerade der Vertrag der Ärztlichen Direktorin Dr. Nahlah Saimeh verlängert worden. Die durchschnittliche Verweildauer der Patienten in ihrer Klinik ist inzwischen von über sieben auf jetzt 6,4 Jahren gesunken — dank einer intensiven, ambulanten Nachsorge. 60 Prozent der Patienten haben keine Lockerungen. Von den restlichen 40 Prozent sind insgesamt 38 Patienten aktuell langzeitbeurlaubt, 71 haben Gruppenausgang, 47 dürfen hinaus im begleiteten 1:1-Ausgang, 20 haben unbegleiteten Ausgang — in ihren Heimat- bzw. Rehabilitations-Regionen. Etwa 40 werden als Langzeitpatienten geführt: Sie haben keinerlei Entlassungsperspektive.
Aus 2009 meldet die Klinik vier Entweichungen — keine stationären Patienten, sondern alles Langzeitbeurlaubte, die zu vereinbarten Terminen nicht rechtzeitig in ihre Wohngruppen zurückkehrten. Rückfälle, Straftaten entstanden daraus nicht. Verzeichnet wurden in der Klinik drei Übergriffe gegen Mitarbeiter, dazu drei Versuche: Angesichts des bedrohlichen Potenzials sind dies noch harmlose Zahlen. Dass diese nicht höher liegen, so Saimeh, liege unter anderem an der Schulung der Mitarbeiter, die bereits sich anbahnende Bedrohungssituationen aufspürten: „Es darf erst gar keine kriminelle Subkultur entstehen, in der andere drangsaliert werden.” Dies gelinge.
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Wies da in Eickelborn wirklich aussieht, sagt dieser Insasse, der sich aus Eickelborn in den 80ern rausgelogen hat. http://www.youtube.com/watch?v=BhbCp_qvwJ0
Was die durchschnittlichen Verweildauern angeht: die sind gefälscht. Läuft so: muß ein 30 Jahre und mehr untergebrachter in eine somatische Klinik-weil er z.B. eine Gabel geschluckt hat- zählt man das statistisch als Entlassung aus Eickelborn und ihn nach seiner Rückkehr als neuen Patienten. So produziert man, indem man selbst lügt, Erfolgsmeldungen. Wer wundert sich da, daß die kriminellen Patienten dann kräftig mitlügen....