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Träger legt „Montessori“ vorerst auf Eis

05.08.2011 | 18:23 Uhr
Träger legt „Montessori“ vorerst auf Eis
Ehemalige Landwirtschaftsschule Rüthen

Rüthen.Eine Montessori-Schule wird es in Rüthen vorerst nicht geben. Der Vorstand des Elternvereins hat beschlossen, „die aktuellen Bemühungen um die Gründung einer privaten Montessori-Grundschule zunächst auszusetzen“ und seine Aktivitäten ruhen zu lassen.

Still war es um das Vorhaben geworden, das ursprünglich mit dem Ziel angestoßen worden war, Kallenhardt als Grundschulstandort eine Zukunft zu geben. Kontrovers war seitdem darüber diskutiert worden, ob Rüthens Schullandschaft ein zusätzliches Angeboten gebrauchen und vertragen könne.

„Es entstand der Eindruck, dass die Stadt in dieser Frage gespalten ist“, erklärte am Donnerstag im Gespräch mit dieser Zeitung Dr. Franjo Grotenhermen, Vorsitzender des Elternvereins. Ein solches Projekt brauche in einer kleinen Stadt wie Rüthen aber starke Unterstützung, da es in der Umgebung keinen größeren Ort gebe, aus dem Schüler für eine Montessori-Schule gezogen werden könnten.

Daraus, dass sich „die Gegner recht stark positioniert haben“, ergaben sich laut Dr. Grotenhermen Konsequenzen für den Fortgang des Projektes an sich: „Viele Eltern und auch Lehrer sind verunsichert.“ So hätten sich zwar einige Lehrer beworben, „jedoch keine bekannten Lehrer aus der Region, denn diese möchten überwiegend nicht gern in ein umstrittenes Schulprojekt wechseln“. Diese Haltung sei auch bei vielen Eltern spürbar, wenngleich das Vorhaben nicht an deren mangelndem Interesse gescheitert wäre, wie der Vorsitzende des Elternvereins betont.

Der Elan, mit dem der Verein im November noch die Trägerschaft für die Schule selbst übernommen habe, sei verflogen, räumt Dr. Franjo Grotenhermen ein. „Das Projekt kann so nicht an den Start gehen. Lasst uns alle noch mal in Ruhe nachdenken“, formuliert er die Konsequenz, die auch daraus gezogen wurde, dass sich die frühere Landwirtschaftsschule als Wunschstandort doch nicht ganz so günstig darstellte, wie zunächst gedacht, sondern erhebliche Investitionen erfordert. Nun will der Elternverein auch abwarten, bis geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stehen „und das Vorhaben von der Gemeinde mehrheitlich unterstützt wird“.

„Eine Pause, um in sich zu gehen“, sieht Bürgermeister Peter Weiken in der Entscheidung des Vorstandes. „Dieses Ergebnis war in der letzten Zeit schon absehbar“, findet er. Einer Montessori-Schule sei er „nie ganz abgeneigt“ gewesen. „Allerdings hätte sich die Initiative mehr auf ihre Ursprünge besinnen müssen, die Grundschule in Kallenhardt zu sichern.“ Stattdessen sieht Weiken in der Diskussion über Standort, Trägerschaft und Kosten sowie in dem zunächst schon verkündeten Start schon in diesem Jahr „unerfreuliche Nebenkriegsschauplätze“.

Armin Obalski

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