Thema Baumfällaktion noch nicht erledigt

Am Radweg im Möhnetal in Niederbergheim wurden illegal 41 Bäume auf städtischem Gelände gefällt. Das Gebiet ist Naturschutzgebiet.
Am Radweg im Möhnetal in Niederbergheim wurden illegal 41 Bäume auf städtischem Gelände gefällt. Das Gebiet ist Naturschutzgebiet.
Foto: WP
Und plötzlich waren mehr als 40 Bäume weg. Große Aufregung bei der Stadt, dabei hatte der Initiator der Aktion es doch nur gut gemeint. Und heute? Wir haben nachgefragt.

Niederbergheim..  Die Abholzung des Jahres! Es war im Februar, als der Radweg durchs Möhnetal bei Niederbergheim plötzlich anders aussah: Kahler. Der Besitzer des Loagshofes, Fritz Langeneke, hatte dort 41 Bäume fällen lassen. Er war im guten Glauben, dass er das hätte machen können. Dabei standen die Bäume sogar in einem Naturschutzgebiet.

Zum aktuellen Stand des Verfahrens – die Stadt hatte Anzeige erstattet - will sich Markus Teutenberg, Leiter des städtischen Betriebshofes, gegenüber der WESTFALENPOST nicht äußern. Weil das Thema noch immer nicht erledigt ist. „Ein schwebendes Verfahren“, betont Teutenberg. Man versuche weiterhin, sich zu einigen. Aus diesem Grund gibt es keine weitere Einschätzung zum Thema, die doch nicht nur im Möhnetal für Aufsehen gesorgt hat.

„Gesunde Bäume gefällt“

Denn es wurden Bäume gefällt, die sich auf städtischem Grund und Boden befanden. Aber nicht der Betriebshof nahm die Säge in die Hand, sondern der Besitzer des Loagshofes. „Hier wurden gesunde Bäume einfach gefällt, ohne dass vorher bei der Stadt nachgefragt wurde, ob das überhaupt zulässig ist“, entrüstete sich damals der Leiter des Betriebshofes. Statt der Bäume waren nur noch Baumstümpfe zu sehen. Die Allee ist nicht mehr.

Im Recht gesehen

Fritz Langeneke hatte sich damals im Recht gesehen, ihm sei nicht bewusst gewesen, dass es sich um städtische Pflanzen handelt. Der stellvertretende Bürgermeister Ferdi Kühle habe ihn früher sogar darum gebeten, die Douglasien zu beseitigen, die im Bereich der Reitanlage am Radweg standen. Sie könnten des Asphalt des Radweges gefährden, hieß es damals.

Die Stadt schaltete anschließend einen Vermessungsingenieur ein, der überprüfen sollte, welche der gefällten Bäume in städtischem Besitz waren. Ein Vorgehen, das Markus Teutenberg grundsätzlich empfiehlt, wenn die Grundstücksgrenzen nicht hundertprozentig bekannt seien: „Man sollte sich schon im klaren sein, wo sich sein Grundstück befindet.“ Das gelte sowohl bei größeren Pflegemaßnahmen an Bäumen oder Büschen, erst recht bei geplanten Baumaßnahmen. Besonders oft gebe es Probleme im Außenbereich.

Stadt weiß Bescheid

Die Stadt könne die eigenen Flächen elektronisch einsehen und wisse daher Bescheid, wo etwa die Säge angesetzt werden darf – und wo nicht. Den Bürgern empfiehlt Teutenberg den Blick ins jeweilige Grundbuch. Und wenn es dann mal an die Grenze des Grundstücks geht, sollte man das Gespräch mit dem Nachbarn suchen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Denn: „Es mag keiner, wenn einem andere im Garten herumwühlen.“

Wie es konkret in Niederbergheim ausgeht? Seitens Familie Langeneke hieß es dazu auf Nachfrage: „Das ist alles noch offen.“

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