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Südafrika

„Südafrika zeigte sich von der besten Seite“

03.08.2010 | 17:37 Uhr
„Südafrika zeigte sich von der besten Seite“

Lippstadt.Lippstadt. Vier wunderbare Wochen lang waren die Augen der Welt auf Südafrika gerichtet. Jetzt ist die Fußball-WM vorbei. Was bleibt dem Land von dem Großereignis? Magda Matyschik und Hajo Büttner, Leiter des Hilfsvereins „Kinder für Kinder“, glauben, dass Südafrika noch lange von der WM profitieren wird.

In engem Kontakt stehen die beiden zur Ordensschwester Tharsilla, die auf dem Gebiet ihres Klosters in der Region Aliwal-North eine Farm namens Mt. Carmel leitet, auf der zehn einheimische Familien leben, lernen und arbeiten. Der Hilfsverein sammelt Spenden, um dieses Projekt zu unterstützen. Während der WM wurden 150 Kinder aus der Umgebung in das Kloster eingeladen, um dort gemeinsam das Ereignis zu erleben. Dafür wurde extra eine TV-Anlage und eine Großleinwand angeschafft. „Ohne das Projekt hätte hier in dieser abgelegenen Region niemand etwas von dem Event zu spüren bekommen“, schreibt die deutschstämmige Nonne in einem Brief an Magda Matyschik.

Dass die ärmere Bevölkerung Südafrikas keinen Zugang zu den Spielen hatte, war bereits im Vorfeld klar: „Die Eintrittskarten kann sich ein Arbeitsloser aus einem Township garnicht leisten“, erklärt Hajo Büttner. Daher wurde die WM, wie auch bei uns in jeder Stadt, auf Großleinwänden beim Public Viewing verfolgt. Und da war Tochter Julia Matyschik hautnah dabei: Als Kamerafrau filmte sie die Begeisterung der Einheimischen in Soweto für einen Südafrikanischen TV-Sender. „Sie war vollkommen begeistert, die Arbeit hat ihr viel Spaß gemacht“, erzählt Magda Matyschik. „Besonders die Freundlichkeit der Südafrikaner und ihre Gelassenheit haben ihr gefallen.“ Noch bis Mitte August bleibt Julia Matyschik in Afrika.

Tochter filmte vor Ort

So nah wie die Kamerafrau kamen die meisten Besucher der WM den Einheimischen allerdings nicht. „Die Veranstalter haben schon sehr auf die Touristen aufgepasst und sie von den Townships ferngehalten“, sagt Hajo Büttner. Dort sei die Kriminalität allgegenwärtig, doch sei die Armut ein Teil des südafrikanischen Lebens und sollte nicht ausgeblendet werden. „Wir hoffen, dass die Menschen jetzt sehen, wie Südafrika wirklich ist. Dass sie die Klischees vergessen und merken, wie freundlich und fröhlich die Menschen sind“, meint Magda Matyschik. Denn das habe man im Fernsehen gesehen und vor Ort an jeder Ecke erleben können.

Dennoch bleiben die Probleme des Landes - Konflikte zwischen Schwarz und Weiß, eine hohe Arbeitslosigkeit und Aids - weiter bestehen. Das Projekt in der Region Aliwal-North soll vor allem die Bildung der Kinder fördern. Sie können in die Schule gehen und anschließend eine Ausbildung absolvieren.

Hajo Büttner und Magda Matyschik glauben, dass sich die tatsächlichen Folgen der WM für das Land frühestens in einem halben Jahr zeigen werden, optimistisch sind sie aber trotzdem: „Die neue Infrastruktur ist ein großer Vorteil und auch der Tourismus wird von der WM profitieren“, so Matyschik. „Aber das wichtigste ist, dass sich Südafrika der Welt von seiner besten Seite zeigen wollte - und das hat es auch!“

Pia Mester

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