Sturmtagsfeier mit humorvollen und ernsteren Anteilen

567. Belecker Sturmtag: Sturmtagsfeier mit Verleihung des Bürgermeister-Wilke-Preises an Hermann Kroll-Schlüter.
567. Belecker Sturmtag: Sturmtagsfeier mit Verleihung des Bürgermeister-Wilke-Preises an Hermann Kroll-Schlüter.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Würdevoll und fröhlich – so feiert Belecke nach den Worten von Elke Bertling den Sturmtag. Auch in diesem Jahr waren beide Attribute erfüllt.

Belecke..  Bei der Feier am Abend, als dem früheren Bürgermeister und Bundestagsabgeordneten Hermann Kroll-Schlüter der Bürgermeister-Wilke-Preis verliehen wurde (wir berichteten), waren wiederum beide Attribute erfüllt.

Das Würdevolle, Offizielle lieferte Bertling. „Während der Soester Fehde haben unsere Vorfahren zusammengestanden und Belecke verteidigt – das feiern wir mit Stolz“, sagte sie und warf dann die Frage auf, wie wohl künftige Belecker über die heutige Generation denken werden. Angesichts von Terror und Krieg in den Nachrichten appellierte die Ortsvorsteherin: „Wir sollten unseren Nachfahren beweisen, dass wir eine starke Gemeinschaft sind und zugleich offen für Fremde.“

Passend dazu stimmte der Belecker Männerchor im Anschluss ein politisches Lied an: „Freiheit fürwahr ist das höchste Gut.“ Ein Motiv, das auch Hermann Kroll-Schlüter aufnahm. Deutschland und Europa seien auf verantwortete Freiheit angewiesen. Der Preisträger zitierte Dietrich Bonhoeffer, einen Theologen und Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime: „Verantwortung setzt Freiheit voraus, wie Freiheit nur in Verantwortung bestehen kann.“

Für den fröhlichen Rahmen sorgten nicht nur die musikalischen Beiträge der Musikvereinigung (erstmals mit dem neuen Dirigenten Alexander Sojka), des Feuerwehr-Spielmannszug und des Tambourkorps, sondern auch ein Blick auf das „Belecker Wirtschaftswunder“.

„Lohntütenball“ in der Kneipe

Helmut Cruse und Hermann Jesse blickten mit viel Humor auf die 22 Kneipen und Gaststätten zurück, die es in den vergangenen sechs Jahrzehnten in Belecke gegeben hat. „Eine unglaubliche Zahl“, staunte Jesse – denn heute sind davon nur noch sechs Kneipen und Cafés übrig geblieben. Die beiden Belecker nahmen das Publikum mit auf eine Reise durch das Wirtschaftsleben ihrer Heimatstadt – vom „Lohntütenball“ in der Bürgerklause über Schützenfest-Frühstück in Lüttken Kneipe bis zum Brand im Altstadtwächter.

Auch hier hatte der Männerchor das passende Lied im Angebot: „Die kleine Kneipe“ von Peter Alexander – und das Publikum sang gerne mit.