Studie ist Sprachrohr für junge Rüthener

Rüthen..  Junge Menschen im Stadtgebiet stehen vom 25. bis 29. April im Mittelpunkt eines Forschungsprojektes. Im Rahmen einer Regionalanalyse wird untersucht, welche Perspektiven Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien hier haben (wir berichteten). Schwerpunkte der Untersuchungen sind neben der Kernstadt Drewer, Kallenhardt und Oestereiden.

Wohin orientieren sie sich schulisch, beruflich oder in der Freizeit? Wie ist der Stellenwert der örtlichen Vereine und welche Rahmenbedingungen sollten vorhanden sein, damit sie sich in das Gemeinschaftsleben im Dorf einbringen? Was macht der Leben für junge Menschen aus und können sich Jugendliche vorstellen, hier dauerhaft zu leben? Welche Aufgaben ergeben sich zukünftig für Vereine, Kommune, Kirchen, Wirtschaft?

Diese und andere Fragen werden von der Forschungsgruppe, die zum überwiegenden Teil aus Studierenden der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Paderborn, besteht, aufgegriffen. Sie werden von Samstag, 25., bis Montag, 27. April, in den vier Orten unterwegs sein, um möglichst viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu befragen. Deren Ansichten sollen Grundlage für Entwicklungsprojekte auf Dorf- oder Stadtebene sein.

„Die Perspektive von jungen Menschen wird häufig in Planungsprozessen stark vernachlässigt“, so Thomas Kemper von der Akademie Junges Land als Kooperationspartner. Sie hervorzuholen ist Anliegen einer Initiativgruppe aus engagierten Bürgern, Werbegemeinschaft und den Ortsvorstehern von Oestereiden, Drewer und Kallenhardt, die diese Analyse angestoßen hat.

„Schwierig ist für Kommunen, Vereine, Kirchen und anderen Akteure im ländlichen Raum, sich ein breites Meinungsbild von jungen Menschen zu verschaffen“ so Kemper. „Mit der Analyse gehen wir direkt zu den Menschen und laden alle, egal ob aktiv oder nicht, ob alteingesessen oder zugezogen, ein, mitzumachen. Neben dem spannenden Forschungsprozess ist es unser Anliegen, mit dem Projekt, einen Impuls für die Region zu geben.“

Auswertung in Arbeitsgruppen

Die Stadt Rüthen unterstützt die Initiative und hofft, wertvolle Anregungen und Ansätze zu bekommen. Die Ergebnisse der Befragungen werden von Arbeitsgruppen ausgewertet und mit fachwissenschaftlichen Erkenntnissen verglichen. Nach der Analyse wird dann eine Dokumentation mit Handlungsempfehlungen und grundsätzlichen Aussagen zu Querschnittsthemen, wie dem demografischen Wandel und den veränderten gesellschaftlichen Lebensbedingungen, erstellt.

„Wir freuen uns auf die Analyse und dass wir die Gelegenheit haben, junge Menschen mit in die Entwicklung von Rüthen, Kallenhardt, Oestereiden und Drewer einzubeziehen“, betont die Initiativgruppe. Dabei solle der Blick aber nicht nur auf die vier Orte gerichtet werden.

Begleitet wird die Forschungsgruppe von Dr. Joachim Faulde von der Katholischen Hochschule in Paderborn und Dr. Andrea Hötger. Faulde forscht seit Jahren zum Thema „Lebenswelt junger Menschen in ländlichen Regionen“. Auch Dr. Andrea Hötger ist seit langem auf dem Gebiet der ländlichen Entwicklung aktiv. Die Forschungsgruppe hofft auf eine rege Teilnahme an den Befragungen, interessante Begegnungen und Gespräche.