Strom wird teurer
15.11.2009 | 16:38 Uhr 2009-11-15T16:38:00+0100Lippstadt. In Lippstadt wird der Strom teurer. Die Stadtwerke erhöhen den Preis ab 1. Januar 2010 um 0,838 Cent pro Kilowattstunde. Für Durchschnittskunden bedeutet dies eine Anhebung von 19 auf 20 Cent oder 5,3 Prozent mehr für Strom in der Grund- und Ersatzversorgung.
Der monatliche Grundpreis bleibt stabil. Die Stadtwerke geben als Gründe höhere Belastungen aus dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz EEG und voraussichtlich steigende Kosten des vorgelagerten Netzbetreibers RWE an. Beide Kostenarten seien von den Stadtwerken nicht beeinflussbar. Die Gaspreise bleiben mindestens bis 1. April 2010 stabil.
Die EEG-Umlage steigt von 1,339 Cent je kWh auf 2,047 Cent je kWh und liegt damit erheblich über den Erwartungen. Daneben erwarten die Stadtwerke einen Anstieg der vorgelagerten Netzkosten um 0,13 Cent je kWh netto.
Hintergrund: EEG
Im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Lippstadt werden zwei Wasserkraftwerke, eine Biomasseanlage, zwei Windparks mit sieben Windrädern und 288 nach dem EEG geförderte Photovoltaikanlagen betrieben. Laut Bundesnetzagentur sind allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres rund 45 000 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 800 Megawatt hinzugekommen. Nach Informationen des Bundesverbands Solarwirtschaft entstanden im vergangenen Jahr in Deutschland Anlagen mit zusammen 1650 Megawatt. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von 44 %, in diesem Jahr geht der Verband von einer Steigerung der Neuinstallationen auf 2000 Megawatt aus.
SWL-Geschäftsführer Siegfried Müller erklärt: „Wer erneuerbare Energien durch Subventionen fördern will, braucht Geld. Der Staat hat über die EEG-Abgabe dafür gesorgt, dass jeder Stromverbraucher anteilig diese Subventionen erbringt. Wir als Versorgungsunternehmen können das nur weitergeben, aber nicht beeinflussen; wir haben wie immer die Preise so spitz kalkuliert, dass wir auch intern keine Puffermöglichkeiten mehr haben."
Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien lasse die Kosten für deren Einspeisung ins Stromnetz steigen. Denn Betreiber von Wind-, Wasser- oder Solarkraft erhalten gesetzlich festgelegte Vergütungen - rund 12,7 Milliarden Euro werden für das laufende Jahr erwartet. Der Ökostrom wird anschließend an der Strombörse in Leipzig (EEX) weitergehandelt. Allerdings nicht mehr zu subventionierten, sondern zu Marktpreisen. Wegen der zuletzt niedrigen Großhandelspreise rechnen die Übertragungsnetzbetreiber, die in den Händen der Energiekonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall Europa sind, aber für das kommende Jahr mit einem Gegenwert von nur 4,5 Milliarden Euro. Die Differenz von 8,2 Milliarden Euro müssen dann die Verbraucher aufbringen.
10:33
Im Artikel wird nur die halbe Wahrheit verkauft. Die andere Seite der Medaille ist, dass der EEG Strom zu einem höheren Angebot bei gleicher Nachfrage führt. Das führt zu mehr Preisdruck und sinkenden Preisen. Das Bundesumweltministerium hat hierzu eine Studie veröffentlicht:
http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/gutachten_eeg.pdf
Freundliche Grüße aus Soest
18:52
immer sind es die anderen in Schuld!!!!
Wollte sich Lippstadt nicht an einem Wasserkraftwerk in Bayern beteiligen trotz EEG?
Bei einer Ratssitzung im Sauerland hörte man von den Stadtwerken Lippstadt: „Gebt uns eure Stromnetz dann kann Bürgerstrom aus Biomasse, mit Windrädern und Photovoltaikanlagen erzeugt werden. Und wir kaufen den Strom günstig in Leipzig.“Im eigenen Versorgungsgebiet wird über die erneuerbaren Energien gejammert.
Die Durchleitungskosten werden von der Regulierungsbehörde zur Zeit jährlich gesenkt und ist für alle Stromverkäufer beim jeweiligen Netzbetreiber gleich.
Also schnell zur Hochsauerlandenergie gewechselt, dort garantieren die Stadtwerke Lippstadt bis 2011 den Strompreis und die HSE bekommt ein einige Kunden dazu.