Streit um Kloster Mülheim gefährdet Sicherung des Gebäudes

Kloster Mülheim, Sichtigvor, Sichtigvor, Luftbild von Warstein, Sauerland
Kloster Mülheim, Sichtigvor, Sichtigvor, Luftbild von Warstein, Sauerland
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Die Streitigkeiten zwischen den beiden am Kloster Mülheim involvierten Parteien verzögern auch die Sicherungs- und Erhaltungsmaßnahmen am Klostergebäude. Jetzt will die Stadt eingreifen.

Möhnetal.. „Bisher ist noch nichts passiert“, berichtet Stefanie Luse vom städtischen Amt für Denkmalpflege auf Anfrage der WP, „die zuständigen Besitzer, beziehungsweise Eigentümer sind für uns schwer greifbar. Wir müssen nun beraten, was wir tun.“

An dem Hauptgebäude des Klosters ist bereits seit mehreren Monaten ein Fallrohr defekt ( wir berichteten). Die Folge: Wasser kann ungehindert an der Fassade des ehrwürdigen Gebäudes herunter laufen. „Das ist für ein Baudenkmal natürlich alles andere als gut, wenn wir es in seinem Zustand erhalten wollen“, beobachtet Stefanie Luse die Situation mit Sorge. Die Stadt hatte Anfang November ordnungsrechtliche Schritte wegen des drohenden Verfalls und der mangelnden Sicherung der Gebäude eingeleitet.

Denn der zunehmende Verfall der Anlage wird an einer Stelle bereits auch zu einer möglichen Gefahr für Fußgänger. An dem Wirtschaftsgebäude des Klosters, das direkt an der Möhnestraße liegt, sind einige Schiefersteine lose. „Das Dach beobachten wir ständig“, erklärt Stefanie Luse. Eigentlich müsste der Besitzer des Klosters für eine entsprechende Sicherung des Geländes Sorge tragen.

Vorwürfe wiederholen sich

Doch wer das beim Kloster eigentlich ist, darum streiten sich seit Jahren Oliver Pöpsel und Joachim Ney. Zuletzt hatte sich die unendliche Geschichte Anfang Februar erneut hochgeschaukelt, als Ney Strafanzeige wegen Betruges und Insolvenzverschleppung gegen Oliver Pöpsel stellte – genau jene Vorwürfe, wegen denen sich Ney selbst am 2. Juli vor dem Amtsgericht Soest verantworten muss.

Oliver Pöpsel hatte im November signalisiert, dass er durchaus zu Gesprächen bereit sei, die das Ziel hätten, das Kloster nicht weiter dem Verfall preiszugeben. Darauf will die Stadt nun wohl zurückkommen: „Wir werden jetzt wohl Kontakt mit Herrn Pöpsel aufnehmen, um die Sicherungsmaßnahmen an den Klostergebäuden zu besprechen“, so Stefanie Luse.

Unterdessen hat sich Joachim Ney auf seiner Internetseite www.kloster-mülheim.de wieder zu Wort gemeldet, nachdem es dort Anfang Februar still geworden war. Unter „Kloster Mülheim aktuell“ schreibt Ney dort: „Erwartungsgemäß gibt es nichts Neues zu berichten.“ An gleicher Stelle fordert er: „Wann werden die Umstände endlich durch eine unabhängige und neutrale Kommission geprüft? Nur so könnte dem Kloster geholfen und die Herrenlosigkeit/ der Verfall beendet werden!“