Steuern sprudeln wie nie

Können angesichts der erfreulichen Zahlen im Finanzamt Lippstadt strahlen: Steueramtmann Marco Meik, Regierungsdirektorin Elke Heitmeier und Leitender Regierungsdirektor Norbert Götte (r.).
Können angesichts der erfreulichen Zahlen im Finanzamt Lippstadt strahlen: Steueramtmann Marco Meik, Regierungsdirektorin Elke Heitmeier und Leitender Regierungsdirektor Norbert Götte (r.).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
782,3 Millionen Euro nahm das Finanzamt Lippstadt im vergangenen Jahr ein. Ein neuer Rekord. Unter anderen durch Veränderungen beim Export.

Lippstadt..  Norbert Götte, Leitender Regierungsdirektor und Chef des Finanzamtes Lippstadt, ist rundum zufrieden: Die Einnahmen stimmen – und auch um die 163 Mitarbeiter ist es gut bestellt.

„Wir sind ein relativ junges Finanzamt“, freut sich Götte – mit einem Durchschnittsalter von 43 Jahren. Und „relativ gesund“ sei man auch: Mit 5,3 Krankheitstagen pro Mitarbeiter weit unterdurchschnittlich zu den sonstigen Werten in den Finanzämtern oder gar dem öffentlichen Dienst.

Doch wenn das Finanzamt zum Jahresgespräch bittet, geht es hauptsächlich um ganz andere Zahlen: Die Steuereinnahmen, die Firmen, Organisationen und Bürger aus Anröchte, Erwitte, Geseke, Lippstadt, Rüthen und Warstein im vergangenen Jahr abgeführt haben. Das sind rund 150 000 Einwohner, die 39 000 Arbeitnehmerveranlagungen veranlassten. Hinzu kommen 18 000 Erklärungen von Unternehmen, Selbstständigen und Gemeinschaften. Und da gab es 2014 – wieder – einen neuen Rekord.

7,8 Prozent mehr Aufkommen

Über ein Plus in der Summe aller Steuerarten von 7,8 Prozent oder 57 Millionen auf 782,3 Millionen Euro berichtet Steueramtmann Marco Meik stolz – Landesweit hat es nur ein knappes Plus gegeben. Das liege an der „lokalen Wirtschaftsstruktur“ und „florierenden Umsätzen“ der heimischen Unternehmen, so der Steueramtmann.

Größter Posten ist einmal mehr die Lohnsteuer mit 342,7 Millionen Euro. Die Umsatzsteuer kletterte um 45,2 Millionen Euro auf 311,3 Millionen – landesweit ging es in dem Bereich sogar abwärts. Gesunken sind die Einnahmen bei der Einkommensteuer (65,4 Millionen Euro), was auf „wenige Einzelfälle“ zurückzuführen sei. Ebenso gibt es auch bei der Körperschaftssteuer gewisse Gestaltungsmöglichkeiten, die die Firmen nutzten – wie auch landesweit ging es mit 15,8 Millionen Euro leicht abwärts bei der Steuerart.

Umsatzsteuer sprudelt

Dass die Umsatzsteuer sich im Raum Lippstadt so erfreulich entwickelt habe, führt Leitender Regierungsdirektor Götte unter anderem auf „weniger steuerfreie Umsätze“ im Vergleich zum Vorjahr zurück. Denn im Handel mit Firmen außerhalb der EU fallen keine Steuern an – und nach Russland kann derzeit nur begrenzt geliefert werden. Stattdessen wurde offenbar innerhalb der EU gut verkauft. Gleichzeitig sei auch weniger investiert worden – also konnten auch keine Vorsteuern abgezogen werden.

Und natürlich wirken sich die meist recht hohen Lohnabschlüsse aus; die Bürger konsumieren, „und das steigert die Umsatzsteuer immer“, weiß der Finanzamtschef. Damit so recht gerechnet hatte Götte nicht: „Das ist Wahnsinn! Es macht sich immer mehr das Gefühl breit, dass es so nicht weiter gehen kann.“ – Doch diese Argumentation hat Götte seit Jahren.

Bearbeitung startet

Wie es sich in den nächsten drei Jahren, 2018 geht Götte dann in Pension, entwickelt, wird sich zeigen. Im März beginnen die Mitarbeiter im Finanzamt mit der Bearbeitung der Steuererklärungen des Jahres 2014. Bis Ende Februar müssen Versicherer und Arbeitgeber die steuerlich relevanten Angaben an das Finanzamt übermittelt haben. Diese Daten können auch abgerufen werden, sofern die Bürger ihre Steuererklärung elektronisch, mit Hilfe des Programms „Elster“, erstellen.

Schwerpunkt Neuvermietung

Für 2014 werden übrigens schwerpunktmäßig Fälle mit einer „Vermietung und Verpachtung im Erstjahr“ geprüft. Wer neu vermietet, wird daher gebeten, Verträge automatisch mit einzureichen. Das Finanzamt baut mit den Infos einen Datenbestand auf, so dass die Erklärungen in den Folgejahren schneller erledigt werden können.