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Gesamtschule

Starkes Profil für die Region

06.10.2009 | 08:00 Uhr

Lippstadt. Mit einem stark an den Besonderheiten der Region orientierten Profil will die städtische Gesamtschule im August 2010 starten.

„Die Gesamtschule soll nicht eine bessere Hauptschule sein”, sagte heuteFachbereichsleiter Franz Josef Brenke. Die Schule wirbt ausdrücklich auch um Kinder mit Gymnasialempfehlung.

In jeder Jahrgangsstufe werden, neben den zwei allgemeinen Klassen, daher jeweils eine Profilklasse Naturwissenschaften (inklusive Mathe und Technik) und eine Musikklasse (mit vier statt zwei Stunden Musik und enger Kooperation mit der städtischen Musikschule) eingerichtet.  Die Naturwissenschaften verstehen sich als Antwort auf den Bedarf an entsprechenden Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt — quasi als Unterbau für die Ingenieure, die an der neuen Fachhochschule geschult werden. Intensive Musikprojekte wiederum (durch das Projekt „Jedem Kind ein Instrument”) sind an acht der 13 Grundschulen bereits Alltag.

Unabhängig davon kann an der Gesamtschule ein bilingualer Kurs Englisch besucht werden, für den zusätzlich zwei Stunden erteilt werden. In der Klasse 6 kann Spanisch oder Französisch gewählt werden, in der 8 Latein. Von der 5 bis zum Ende der 10 bleibt der Klassenlehrer durchgängig als Bezugsperson den Kindern erhalten — man setze bewusst auf „konstante Beziehungen”, erläuterte Berater Günter Heine. Einmal in der Woche steht der „Klassenrat” auf dem Stundenplan: Dann wird gemeinsam darüber gesprochen, was die Kinder als besonders belastend empfinden. 

Erarbeitet wird dieses Profil von einer Koordinierungsgruppe mit Fachleuten aus Gesamtschulen. Sie alle finden es spannend, den Gründungsprozess einer Schule mitzugestalten, sagten heute Bernd Spelsberg, ehemaliger Leiter der Kollwitz-Gesamtschule Lünen, Thomas Luerweg (Gymnasium Schloss Neuhaus), Juliane Weigang und Günter Heine von der Soester Hannah-Arendt-Gesamtschule. Sechs Sitzungen haben sie schon hinter sich, bis Ende des Jahres soll das komplette Profil stehen. Heute kamen bereits die ersten interessierten Eltern hinzu.

Die Schule startet zwar offiziell im Halbtagsbetrieb (weil anderes vom Land nicht genehmigt wird), der Unterricht dauert aber an drei Tagen von 8 bis 15 Uhr. In zwei, drei Jahren, sagen die Experten, werde daraus ohnehin eine Ganztagsschule. Im November und Dezember gibt es Informationsabende für Eltern, im Februar 2010 soll das vorgezogene Anmeldeverfahren durchgeführt werden, kündigte Franz Josef Brenke an. 112 Schüler müssen angemeldet werden, ein Drittel davon sollte eine Gymnasial-Empfehlung haben. Kommt diese Zahl zustande, beginnt die Stellenbesetzung.

Jürgen Kortmann

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