Stadt bereitet sich auf Flüchtlinge vor

Übergangsheim Von-Möller-Straße Warstein
Übergangsheim Von-Möller-Straße Warstein
Foto: WP
Was wir bereits wissen
157 Menschen leben derzeit in Warstein, die sich in einem Asylverfahren befinden (Stand Montag, 5. Januar). Neben den Übergangsheimen in Warstein und Niederbergheim entstehen derzeit weitere Unterkünfte, in denen Asylbewerber im Stadtgebiet wohnen können.

Warstein.. 157 Menschen leben derzeit in Warstein, die sich in einem Asylverfahren befinden (Stand Montag, 5. Januar). Neben den Übergangsheimen in Warstein und Niederbergheim entstehen derzeit weitere Unterkünfte, in denen Asylbewerber im Stadtgebiet wohnen können. Dazu richtet die Stadt eigene Gebäude und leerstehende Wohnungen her, die sie ansonsten auf dem Immobilienmarkt anbieten würde. Denn dass der Strom der Hilfesuchenden abreisst, damit ist auch im neuen Jahr nicht zu rechnen.

„Wir werden langfristig noch mehr Menschen aufnehmen müssen“, sagt Franz Wiese vom Fachbereich Bürgerdienste, „das wurde uns bereits klar signalisiert und wir bereiten uns nun entsprechend darauf vor.“ Dass die Plätze in den beiden Übergangsheimen in der Von-Möller-Straße in Warstein und in der ehemaligen Schule in Niederbergheim auf Dauer nicht ausreichend Platz für die erwartete Anzahl Asylbewerber bieten, lässt allein der Blick auf die für 2014 im Haushalt kalkulierte Zahl der Asylbewerber und die tatsächliche Zahl erahnen: Mit 80 Asylbewerbern rechnete man noch Anfang des vergangenen Jahres, tatsächlich waren es Mitte Dezember 143. Mittlerweile leben fast doppelt so viele Asylbewerber in Warstein wie noch vor einem Jahr erwartet. Im Rathaus rechnet man täglich mit weiteren Zuweisungen. „Wir liegen derzeit unter unserer Aufnahmequote, von daher gehen wir davon aus, dass in den nächsten Tagen weitere Menschen zu uns kommen werden“, so Franz Wiese. Für die Neu-Ankömmlinge stehen dann erstmals städtische Häuser zur Verfügung, die die Stadt bis vor kurzem noch zur Vermarktung angeboten hatte. Insgesamt fünf Gebäude sind es, die derzeit renoviert werden, um für die neuen Asylbewerber eine angemessene Unterkunft zu bieten. Bei allen Gebäuden handelt es sich um Häuser, die von vorneherein als Wohnhäuser gebaut wurden; eine entsprechende Infratstruktur ist also vorhanden. Ein Haus ist bereits fertig renoviert und kann jederzeit bezogen werden.„Diese Maßnahme fusst im Prinzip auf zwei Säulen“, erklärt Wiese, „zum einen schaffen wir zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten und gleichzeitig sind wir natürlich daran interessiert, vor allem Familien dezentral unterzubringen.“

Vorteile vor allem für die Kinder

Denn eine Unterbringung in einer Wohnung im Stadtgebiet bringe wesentlich mehr Gelegenheiten zur Teilhabe am öffentlichen Leben – gerade auch für die Kinder der Asylbewerber ein ganz wichtiger Aspekt. Denn sie besuchen während ihrer Zeit in Warstein auch die heimischen Schulen und stehen dort vor dem großen Problem der fremden Sprache. „Die Kinder kommen mit ganz rudimentären Deutschkenntnissen in die Schulen im Stadtgebiet“, weiß Josef Pieper, Leiter des Sozialamts, „es ist natürlich auch schwierig, da gezielt zu fördern, wenn nicht klar ist, wie lange die Kinder bleiben.“ Da die meisten Asylbewerber, die sich derzeit in Warstein befinden, aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawien stammen, sei es häufig der Fall, dass Menschen nach einigen Monaten wiederzurückkehren.

Auch wenn eine langfristige Prognose, wie viele Asylbewerber in Warstein künftig wohnen werden, unmöglich ist, bereitet die Stadt auch über die derzeitige Maßnahme hinaus weitere städtische Gebäude für die Unterbringung von Asylbewerbern vor.