Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ney

Kloster Mülheim, Sichtigvor, Sichtigvor, Luftbild von Warstein, Sauerland
Kloster Mülheim, Sichtigvor, Sichtigvor, Luftbild von Warstein, Sauerland
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Kommt am 2. Juli endlich Bewegung in die Besitzverhältnisse rund um das Kloster Mülheim? Für diesen Tag hat das Amtsgericht Soest die Verhandlung gegen Joachim Ney wegen Insolvenzverschleppung und Betrug angesetzt. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Arnsberg gestern auf Anfrage der WESTFALENPOST.

Mülheim/Sichtigvor.. Bereits im Oktober hatte die Staatsanwaltschaft Arnsberg die Anklage erhoben, nun liegen die Unterlagen seit Dezember in Soest. Insgesamt vier Taten sind es, die am 2. Juli zur Verhandlung anstehen. Eine bezieht sich direkt auf die Mainstart UG, jenes Unternehmen, mit dem Joachim Ney als Geschäftsführer die Verwaltung der Erbbau-Grundstücke des Klosters getätigt hat. „Ihm wird vorgeworfen, die Insolvenz der Mainstart UG zu spät angemeldet zu haben“, erläutert Oberstaatsanwalt Thomas Poggel, stellvertretender Pressedezernent der Staatsanwaltschaft, die Sachlage.

Des Weiteren geht es um zwei Darlehen, die der Mainstart UG gewährt wurden: Als diese abgeschlossen wurden, habe Joachim Ney bereits gewusst, dass er sie nicht würde zurückzahlen können – so der Vorwurf, der zur Anklage wegen Betrugs führte. Die Mainstart UG hatte Anfang 2014 Insolvenz angemeldet und wurde im Juli aufgelöst. Ebenfalls im Juli musste sich Ney schon einmal vor dem Schöffengericht in Soest verantworten – damals wegen falscher eidesstattlicher Versicherung zu dem zu erwartenden Kaufpreis des Klosters und den Abtretungsansprüche aus dem Verkauf des Klostergebäudes. Das Verfahren wurde gegen eine geringe Geldsumme eingestellt.

Auch die Verhandlung wegen Insolvenzverschleppung und Betrug wird erneut vor dem Schöffengericht Soest stattfinden. Vor dieses Gericht gehen unter anderem Verfahren, bei denen ein Strafmaß von mehr als zwei Jahren Freiheitsstrafe erwartet wird. „Dies ist aber nur die Erwartungshaltung, das bedeutet nicht, dass es zwangsläufig dazu kommen wird“, betont Oberstaatsanwalt Thomas Poggel.

Joachim Ney bestreitet nach Auskunft der Staatsanwaltschaft sämtliche Punkte der Anklage. Direkt wollte er sich gestern auf Anfrage der WESTFALENPOST nicht zu der Sache äußern. Zuletzt war Ney mit einer eigenen Internetseite zum Kloster in Erscheinung getreten. Hier verkündete er Mitte Dezember, dass das Kloster wieder handlungsfähig sei. Angeblich sei am 2. Dezember ein erster Mietvertrag geschlossen worden, ab dem 1. April 2015 würde sich etwas an dem Gebäude tun – soweit die Informationen auf der Homepage.

Das Gebäude befindet sich unterdessen nach wie vor in einem eher betrüblichen Zustand: Die Stadt hatte Anfang November ordnungsrechtliche Schritte wegen des drohenden Verfalls und der mangelnden Sicherung der Gebäude eingeleitet.