Spurensuche auf der „Minden-Koblenzer Chaussee“

Warstein..  Sie ist laut, meistens ziemlich dreckig und führt mitten durch Warstein: Die Hauptstraße. Seit vergangenem Sommer widmen wir Warsteins „Störfaktor und Lebensader“ eine Serie und stellen die Gebäude entlang dieser Straße vor. Dabei schauen wir hinter die Kulissen; wollen wissen, wie die Menschen an und mit der Hauptstraße leben und wie sie gelebt haben.

Insbesondere der Blick zurück birgt dabei viel Schönes: Zu Zeiten, als die Hauptstraße noch als „Minden-Koblenzer Chaussee“ bekannt war, prägten historische Fassaden das Straßenbild und Menschen flanierten entlang der Wäster. Viele von Ihnen haben uns bereits wertvolle Hinweise und Informationen zu den alten Häusern gegeben. Heute möchten wir Ihnen einen kleinen Überblick geben, welche „Schätze“ wir – auch dank Ihrer Hilfe – bisher entlang der Hauptstraße entdeckt haben.

1 Haus Nussen: Von Kolonialwaren über Benzin und Diesel bis zur Medizin – all dies wurden schon auf dem Gelände der Familie Nussen an der Hauptstraße Nummer 3 gehandelt. Heute befindet sich dort die Hubertus-Apotheke.

2 Firma Risse: Das Gelände an der Hauptstraße 34 der ehemaligen Firma Risse ist in Warstein umstritten. Franz Risse legte hier 1899 den Grundstein für sein Familienunternehmen. Bereits 1904 wurde an dem heutigen Standort Kalk gebrannt, Betonrohre hergestellt, Grabsteine gefertigt und auch schon Steine gewonnen. Heute liegt das Gelände brach.

3 Warsteiner Stuben: Einst Volksschule, dann Hotel, heute ein Restaurant – Das Gebäude an der Hauptstraße 49 hat viele Umbauten erfahren. 1847 lernten hier 29 Schüler. Heute befindet sich hier das Restaurant „Warsteiner Stuben“.

4 Menken Büdeken: Es war ein Treffpunkt mitten in der Stadt; der Ort an dem Neuigkeiten ausgetauscht wurden: Das Büdeken schräg gegenüber der Warsteiner Stuben. Erwachsene kauften wahlweise Westfalenpost oder Rundschau und Zigaretten, die Kinder lieber Süßigkeiten. In den 60er Jahren verschwand das Büdeken aus dem Stadtbild.

5 Haus Schmitt-Nüse: Veränderungen und Beständigkeit seit fast 120 Jahren – im Haus Schmitt-Nüse treffen diese Gegensätze aufeinander. Das Gebäude wurde immer wieder umgebaut – das Geschäft blieb. Noch heute befindet sich dort das Geschäft Schmitt-Nüse; seit Ende 2013 zudem die Redaktion und der Leserladen der WESTFALENPOST.

6 Hof Göke-Kaiser: Der Hof Göke-Kaiser galt über Jahrzehnte als der schönste Bauernhof Warsteins. Viel ist nicht geblieben: Heute steht lediglich das imposante Tor des Hofes noch; nahe an seinem Originalplatz, auf dem Sparkassen-Parkplatz.

7 Haus Beule/Giese: Seit fast 150 Jahren führt die Familie von Walter Giese ihr Geschäft an der Hauptstraße. Franz Beule legte 1866 den Grundstein für ein Familienunternehmen, das bis heute am selben Standort Bestand hat.

8 Haus Oberstadt: 24 verschiedene Eissorten verkauften Roswitha und Josef Oberstadt bis 1996 in dem Gebäude ander Hauptstraße 80. Dort, wo schon Josef Oberstadts Mutter das „Café Oberstadt“ betrieb, befindet sich heute ein chinesisches Restaurant.

9 Haus Nolte: An der Hauptstraße 92 sind einige Gebäudeteile mehr als 200 Jahre alt. Die Stadt-Bäckerei produziert seit 1912 an dem zentralen Ort in der Nähe des Marktplatzes.

10 Altes Liebfrauenhaus: Das „Liebfrauenhaus“ an der Hauptstraße 117 wurde vom einstigen Schwesternheim zum Autohaus.

11 Altes Freibad: Das Gelände des heutigen Kolpinghauses lockte fast 40 Jahre lang die Jugendlichen der Wästerstadt.