Sparkasse schon für die Zukunft gerüstet
17.03.2011 | 16:55 Uhr 2011-03-17T16:55:00+0100
Lippstadt. Ein „wirklich gutes Jahr“ liegt hinter der Sparkasse Lippstadt im zweiten Jahr nach der Fusion der Stadtsparkasse Lippstadt mit der Sparkasse Warstein-Rüthen. Die „hervorragenden Ergebnisse“ präsentierte der Vorstand vor der Presse.
Ein „wirklich gutes Jahr“ liegt hinter der Sparkasse Lippstadt im zweiten Jahr nach der Fusion der Stadtsparkasse Lippstadt mit der Sparkasse Warstein-Rüthen. Die „hervorragenden Ergebnisse“ präsentierte der Vorstand gestern vor der Presse.
Die Rahmenbedingungen mit einer „normalen“ Zinskurve, aber auch das Vertrauen der Kunden hätten zu diesem Ergebnis geführt, berichtete Vorstandsvorsitzender Jürgen Riepe: „Wir konnten mit diesen Zahlen wirklich nicht rechnen“. Denn vor einem Jahr herrschte noch vielfach Unsicherheit, was dazu führte, dass die Bilanz zur Beruhigung der Kunden damals außergewöhnlich früh präsentiert wurde.
„Die Welt sieht jetzt ganz anders aus“, freut sich Riepe mit Blick auf die brummende Konjunktur in Deutschland – die aktuelle Situation in Japan einmal bewusst außen vorgelassen.
Die Sparkasse Lippstadt habe von der Zinssituation profitiert, so dass man als mit Abstand größtem Kreditinstitut im Geschäftsgebiet „im klassischen Geschäft“ erfolgreich gewesen sei.
Es seien nicht nur alle Planungen der Fusion übertroffen worden (Riepe: „Die Herausforderung hat uns stark beschäftigt“) sondern man habe in vielen Bereichen mit Rekordergebnissen abgeschlossen. Das Kundengeschäftsvolumen habe erstmals die Zwei-Milliarden-Marke übertroffen, das Kreditgeschäft sei um 3,1 Prozent (24 Millionen Euro) gestiegen. Die Bilanzsumme kletterte um 50 Millionen Euro, die Geldvermögensbildung der Kunden um 42 Millionen Euro. Einen interessanten Aspekt erwähnte in diesem Zusammenhang Vorstandsmitglied Matthias Klinkott: Während die Spareinlagen um 27 Millionen (4,7 Prozent) kletterten, stiegen die Termineinlagen um 15 Millionen oder 15 Prozent. Klinkott: „Der Kunde will keine langfristigen Anlagen“, offenbar weil er steigende Zinsen erwartet. An deutliche Erhöhungen glaubt der Sparkassen-Vorstand allerdings fürs Erste nicht. Gleichwohl gibt er den Tipp, sich die niedrigen Zinsen über Bausparverträge langfristig zu sichern.
Apropos Bauen: Für 74 Millionen Euro wurden neue Baufinanzierungen abgeschlossen (davon 30 Millionen aus dem ehemaligen Geschäftsgebiet Warstein/Rüthen). Offenbar sei das Vertrauen in die eigene Zukunft zurück gekommen, so Riepe. Auch die jüngst stattgefundenen Immobilientage seien ein Erfolg gewesen – und weil die sparkasseneigene Versicherungsagentur umgezogen ist, wurden so größere Räumlichkeiten für den Immobilienbereich frei. Dort wurden 65 Objekte (22 aus dem Raum Warstein/Rüthen) vermakelt.
Stark war auch das Firmenkreditgeschäft: Nachdem es bereits 2009 einen großen Sprung auf 283 Millionen Euro gegeben hatte, stieg der Wert 2010 noch weiter auf 285 Millionen Euro. Elf Kundenbetreuer (davon vier in der Region Warstein/Rüthen) kümmern sich um Firmenbelange.
Eine solide Bilanz brauchen nicht nur Firmen, die einen Kredit bei der Sparkasse aufnehmen wollen, sondern auch die Sparkasse. Bis 2019 muss ihre Eigenkapitalquote von mindestens 8 auf 13 Prozent steigen („Basel III“). Dies sei, so Riepe, eine „Herausforderung“ für Kreditinstitute. Allerdings buchte die Sparkasse Lippstadt bereits viel vom Überschuss in die Rücklagen (und damit ins Eigenkapital), so dass die Sparkasse Lippstadt mit über 14 Prozent die „Basel III“-Kriterien schon heute erfüllt. Dies ist wichtig, um die Kreditversorgung auch künftig sicher zu stellen.
Die Belastungen durch die West LB wurden ebenso bei den Rückstellungen berücksichtigt wie der Anteil für die Abwicklungsgesellschaft (wird über zehn Jahre berücksichtigt). Von den Rückstellungen sei aber noch nichts in Anspruch genommen worden, so der Vorstand, der mit Kritik an „regulatorischen Fesseln der Politik“ nicht sparte: „Man fühlt sich wie in einem Hamsterrad“. So habe man in Brüssel noch nicht verstanden, dass die Sparkassen (wie auch die Genossenschaftsbanken) eigene Sicherungssysteme haben, um eine Institutspleite zu verhindern.
Die Mitarbeiterzahl sank 2010 um zwei auf 277 (davon 54 im Geschäftsgebiet Warstein-Rüthen). Nachdem ursprünglich 25 Stellen abgebaut werden sollten, ist dieser Wert auf zehn geschrumpft. Und der wird nicht mehr viel sinken, weil durch das erweiterte Geschäftsvolumen neue Mitarbeiter nötig wurden. Außerdem: Entlassen worden sei durch die Fusion niemand.
Den Wünschen der Kunden entsprechend wurden die Öffnungszeiten erweitert, telefonisch ist das Kreditinstitut bis 22 Uhr, außerdem am Wochenende, erreichbar. Riepe: „Der Kunde erwartet das heute“. Schließlich nehme man den Wettbewerb mit Direktbanken ernst.
Wichtig sind der Sparkasse schließlich das Engagement in der Region: Für 2010 wurden rund 525 000 Euro (plus 140 000 Euro) für kulturelle und soziale Zwecke sowie für Einrichtungen des Sports überwiesen, darunter die Förderung der Hochschule durch die Stiftungsprofessur sowie Stipendien. Ihre Zahl soll um drei aufgestockt werden, denn die Hochschule Hamm-Lippstadt sei ein Glücksfall für die Region.
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