Spannende Lektüre wälzen und dabei Kaffee trinken

IAndrea Tscherniesch, Doris Raeder-Flaig und Gerlind Budde-Rinsche bei der Eröffnung des öffentlichen Bücherschranks (von links).
IAndrea Tscherniesch, Doris Raeder-Flaig und Gerlind Budde-Rinsche bei der Eröffnung des öffentlichen Bücherschranks (von links).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Bücher müssen nicht mehr im Wohnzimmerschrank verstauben. Seit Dienstag können sie im IBAHS-Café getauscht werden. Doris Raeder-Flaig brachte das ins Rollen.

Warstein..  Wer von nun an ins IBAHS-Café kommt, kann einen Kaffee trinken und dabei gemütlich Bücher wälzen. Wenn er dann ein passendes gefunden hat und ihn die Geschichte so richtig packt, darf er es mitnehmen und zu Hause weiterlesen – und im Idealfall bringt er demnächst eigene ausgelesene Bücher mit und stellt sie ins Regal. Die Idee des öffentlichen Bücherschranks ist schon lange bekannt und beliebt, und seit gestern gibt es ihn auch in Warstein. Im IBAHS-Café sind es dann allerdings zwei öffentliche Regale, die in einer Ecke zum Stöbern bereitstehen.

„Ich kann das gar nicht – Bücher weg schmeißen“, sagt Doris Raeder-Flaig. Nun muss sie das auch nicht mehr. Im Fernsehen hatte sie etwas vom öffentlichen Büchertausch gehört und gesehen. Ihrem Mann war das aus Skandinavien bekannt gewesen. Dort dienen alte ausrangierte Telefonzellen als Ort um Bücher zu tauschen.

Ein Café ist da schon noch die etwas gemütlichere Umgebung: Doris Raeder-Flaig hatte über einen passenden öffentlichen Raum für die Umsetzung dieses Konzepts in Warstein nachgedacht und war damit auf Dirk Schwanebeck und Gerlind Budde-Rinsche vom IBAHS-Café zugegangen.

Öffentlicher Zugang ist wichtig

„Wir haben die Idee dankend angenommen. Uns ist es sehr wichtig, dass das Café einen öffentlichen Zugang hat“, berichtet Schwanebeck. Im September vergangenen Jahres war das Psychosoziale Zentrum IBAHS in das Café in den Müschederweg gezogen, mit dem Ziel offener zu werden und nicht abzuschrecken. „Mittlerweile haben wir einen guten Zulauf“, berichtet Schwanebeck. Die Bücherregale können das vielleicht noch unterstützen: „Mit der Idee verbinden wir, dass Kaffee getrunken, in den Büchern gestöbert wird und so Kontakt entsteht.“

Um viertel vor neun am Morgen stand schon jemand mit den ersten Bücherkisten vor der Tür, berichtet Schwanebeck. „Ich hoffe ich bin nicht zu früh“, habe der Gast gesagt, „und ich sagte: Herzlich Willkommen.“ So kamen bereits am Vormittag rund 200 Bücher zusammen. Auch Andrea Tscherniesch ist vorbeigekommen, um das Angebot aufzustocken. So etwas habe Warstein bislang noch gefehlt, meint sie, als sie eintritt. Von Kinderbüchern, über Krimis bis hin zu Liebesromanen – es sei ein Café für Jedermann, findet Schwanebeck, und nun ist auch für jeden Büchergeschmack etwas dabei. Zunächst soll es bei den zwei Regalen bleiben.

„Die Bücher wollen wir dann immer mal wieder austauschen“, erklärt Gerlind Budde-Rinsche. Aus den größeren Städten wie Lippstadt und Hamm kannte sie das Konzept. Nun gibt’s die Möglichkeit für den öffentlichen Büchertausch auch in Warstein. So müssen die gelesenen Bücher nicht mehr zu Hause im Wohnzimmerschrank verstauben: „Ich finde das ist eine tolle Gelegenheit. Man liest ein Buch ja nur einmal“, findet Andrea Tscherniesch. Nicht so allerdings das Lieblingsbuch, das bliebe zu Hause.