Soja und Reismilch statt tierischer Butter und Käse

Oberbergheim..  Jetzt läuft unser Projekt schon zehn Tage und ich muss sagen, es ist in Ordnung. Keine überschwängliche Freude, verhaltener Spaß, anfängliche Probleme bei der Auswahl. Ich könnte noch mehr aufzählen. Jetzt fragen Sie sich vielleicht, worüber ich schreibe. Wir essen vegan.

Bis vor drei Wochen habe ich mich noch mit Händen und Füßen gesträubt, ohne Milch im Kaffee, ohne Butter auf dem Brot und mein Käse … Allmählich gehen unsere angehorteten Vorräte zur Neige. Gestern habe ich die allerletzte Milchflasche geöffnet. Saure Sahne zum Kochen, Fehlanzeige. Das Glas mit dem sehr geliebten Nuss-Nougat-Aufstrich hat nur noch Spuren der leckeren Creme, im Honigglas sieht man auch schon den Boden und die Käsevorräte sind schon seit Tagen aufgebraucht. Es wird ernst. Oder doch nicht, vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm?

Positiv überrascht war ich von dem großen Angebot an Kochbüchern und Büchern über die vegane Lebensweise. Mit der Lebensweise ist das so eine Sache, soweit bin ich noch nicht. Wir essen erst einmal vegan und das ist auch für mich, die ich schon seit Jahren für zwei Familienmitglieder vegetarisch koche, nicht immer so einfach.

Zurück zu den Büchern. Deutschland hat, so wie es aussieht, das vegane Leben entdeckt. Stapelweise liegen die Bücher der unterschiedlichen Köche in den Buchläden aus. Da wird vegan gefastet, es gibt Vegan für Einsteiger, for Youth, for Fit, for Fun, süß, das Backbuch, für unterwegs und, und, und. Ein riesiges Angebot, auch ein riesiger Absatz?

Große Nachfrage nach Veganem

Ich habe mich durch das Angebot gewühlt und bin für mich fündig geworden. Auch die Bücherei habe ich sowohl online, als auch in Natura durchsucht. Es gibt viel Auswahl, nur leider nicht für mich. Alle Bücher sind ausgeliehen! Da schon wieder: Es gibt einen Run auf das vegane Essen.

Einkaufen ist ein anderes Thema. An den Regalen im Supermarkt kann ich jetzt vorbeigehen. Stehen bleiben lohnt sich nur an wenigen Stellen. Ganz hinten in der Ecke, am Notausgang, da stehen die Sojaprodukte. Und einige natürlich auch im Kühlregal. Sojajoghurt, Reismilch, Hafermilch, Sojasahne – wenn man sich umsieht, kann man schon einiges entdecken. Butter ist natürlich Fehlanzeige, da habe ich ein annehmbares Produkt im Bioladen entdeckt, das geht ganz gut. Käse – zum Beispiel, den Sojacheese – gibt es auch im Bioladen. Aber auch mit viel Wohlwollen: Das hat überhaupt nichts mit Käse zu tun! Zu allem Überfluss ist das Produkt auch noch enorm teuer. Damit kann man höchstens mal einen Auflauf überbacken.