Soester lieber bunt statt braun
13.02.2012 | 12:55 Uhr 2012-02-13T12:55+0100400 Menschen sind in Soest auf die Straße gegangen, um gegen den Aufmarsch on 150 Neonazis zu protestieren.
Unter dem Motto „Bunt statt Braun“ warben sie für Gleichheit, Toleranz und Mitmenschlichkeit. Die Teilnehmer des Aufmarsches, größtenteils Neonazis aus den umliegenden Städten wie Hamm, Unna und Dortmund, wurden bereits am Soester Bahnhof von der Polizei in Empfang genommen und in weitem Bogen um die Innenstadt herum zum hermetisch abgeriegelten Potsdamer Platz geleitet. Sie protestierten gegen das ihrer Ansicht nach zu milde Urteil, das einen jetzt 18-Jährigen, der vor einem Jahr Tim K. mit einem Messerstich getötet hatte, für dreieinhalb Jahre hinter Gittern schickt. Nur in Sichtweite des damaligen Tatorts, der Gaststätte „Anno“, durften sie ihre Kundgebung abhalten. Doch was sie sagten, ging im Getöse der Vuvuzelas und in den Sprechchören unter, mit denen Gruppen des linken Spektrums die Neonazis begleiteten. „Die Demonstrationen verliefen weitgehend friedlich“, teilte ein Polizeisprecher am frühen Samstagabend mit. „Ich freue mich darüber, dass die vereinbarten Spielregeln des demokratischen Protestes eingehalten wurden“, erklärte später Polizeidirektor Manfred Dinter. Zwei Teilnehmer wurden vorläufig festgenommen. Ein 55-jähriger Soester war einem Platzverweis nicht nachgekommen, nachdem er seinen Hund mehrfach gegen ein Polizeifahrzeug hatte springen lassen. Außerdem wurde ein 32-jähriger Soester in Gewahrsam genommen, der einen Polizeibeamten mit Schuhen beworfen hatteWie viele Beamte am Samstag Dienst hatten, um die friedliche Durchführung der Demonstrationen zu gewährleisten, blieb aus polizeitaktischen Gründen unbekannt. Rund 400 Soester aber zog es ihrerseits auf die Straße, um für ein friedliches Miteinander zu demonstrieren. Eine große Kundgebung fand anschließend auf dem Vreithof statt, wo die Demonstranten auch bei eisiger Kälte Durchhaltevermögen bewiesen.