So kümmert sich Warsteins Feuerwehr um den Nachwuchs

Hendrik Buchheistr und Sarah-Ann Ahle aus dem Betreuerteam der Jugendfeuerwehr im Möhnetal beim Treffen mit den Kindern und Jugendlichen.
Hendrik Buchheistr und Sarah-Ann Ahle aus dem Betreuerteam der Jugendfeuerwehr im Möhnetal beim Treffen mit den Kindern und Jugendlichen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Seit 2002 gibt es im Stadtgebiet Warstein die Jugendfeuerwehr. Mittlerweile engagieren sich Mitglieder aus den Anfangsjahren als Betreuer.

Warstein/Allagen..  „Von der Feuerwehr wird der Kühlschrank nicht voll“, weiß Sarah-Ann Ahle. Es ist halt ein Ehrenamt, und das nimmt viel Zeit in Anspruch. Trotzdem kommt die Studentin alle zwei Wochen zu den Treffen der Jugendfeuerwehr. Heute auf dem Programm: Funkübung im Gerätehaus in Allagen. Einige Kinder sitzen mit ihr am Funkgerät, andere sind mit Hendrik Buchheister im Feuerwehrwagen unterwegs und fahren verschiedene Stationen ab. Worum es geht? Die wichtigsten Infos müssen weitergegeben werden.

Im Jahr 2002 hatte die Freiwillige Feuerwehr im Raum Warstein erkannt, wie wichtig die Nachwuchsarbeit mit Blick auf die Mitgliedergewinnung ist, und die Jungendfeuerwehr gegründet. „Zum Start hatte sie hundert Mitglieder, dazu gab es noch eine Warteliste“, berichtet Stadtbrandinspektor und Leiter der Feuerwehr Michael Döben. Diese Zeiten sind allerdings vorbei. Aktuell sind es nur noch 66 Kinder und Jugendliche, die mitmachen. Um den Nachwuchs zu motivieren und Mitglieder zu gewinnen, bedarf es ebenfalls wieder ehrenamtlicher Helfer. Und da liegt das Problem: „Die Arbeit wird auf immer weniger Schultern verteilt“, stellt Döben fest.

Seit dem ersten Jahr dabei

Umso wichtiger sind also Betreuer wie Sarah und Hendrik, die wohl ein Musterbeispiel des Konzepts Jugendfeuerwehr darstellen. Beide sind seit dem ersten Jahr dabei, beide sind später in den aktiven Wehrdienst übergegangen und beide engagieren sich nun als Betreuer in der Jugendfeuerwehr. Zwei Jahre Pause mussten sie machen, damit der Abstand zur Gruppe nicht so gering ist. Warum Hendrik dabei geblieben ist: „Natürlich um zu helfen und mein Wissen, das Feedback, das ich als Jugendlicher bekommen habe, auch weitergeben zu können“, sagt er.

Fehlende Freizeit

Im zweiwöchigen Rhythmus trifft sich die Möhnetalgruppe der Jugendfeuerwehr immer wieder an einem anderen Standort. Stichworte wie „Einkleidung“, „Atemschutzparcours“, Orientierungslauf“ und „Erste Hilfe“ stehen im Dienstplan. So beginnt für den Nachwuchs die Ausbildung bei der Feuerwehr.

Auf Wiederholung kommt es an, die Kinder lernen dabei auch von einander. Für den ein oder anderen Sechzehnjährigen vielleicht etwas langweilig. Denn das sei ein schwieriges Alter, weiß Sarah aus Erfahrung: „Aber die, die nach dieser Zeit noch hier bleiben, die bleiben bis sie 18 sind und darüber hinaus.“ So wie sie auch.

Es ist ein Problem, mit dem die Feuerwehr nicht allein ist. Sport-, Schützen- und Karnevalsvereine geht es wohl ähnlich: Immer mehr Konkurrenzangebote und gestiegene Anforderungen in der Schule führen dazu, dass Jugendliche weniger Freizeit haben, und damit auch weniger Zeit, um sich im Verein zu engagieren. Nur: In der Freiwilligen Feuerwehr hat das Einfluss auf die Mitgliederzahl der Aktiven, ein Grund mehr, warum Jugendarbeit hier so wichtig ist.

Trotz Studiums dabei geblieben

Auch Studium oder Ausbildung sind oft ein Problem, weswegen Mitglieder die Freiwillige Feuerwehr verlassen. Nicht so bei Sarah und Hendrik. Trotz Studium sind sie geblieben. „Ich habe im Moment allerdings meine Prioritäten etwas anders gesetzt,“ sagt Sarah, die sich als Jugendwartin vor allem um die Kinder kümmert. Das passt ganz gut zu ihrem Studium der Sozialpädagogik in Dortmund.

Aufhören wäre für sie nicht in Frage gekommen: „Ich bin schon in die Feuerwehr hineingeboren“, erzählt sie. Ihre Eltern engagieren sich ebenfalls, und das ist für viele ein Grund, auch mitzumachen. Anders war es allerdings bei Hendrik. Als Zehnjähriger hat ihn einer der ersten Infotage zur Jugendfeuerwehr gelockt. „Das rote Auto war’s“, überlegt er.

Dieses Auto darf er inzwischen selber fahren. Zurück von der Übung sitzen Betreuer und Jugendliche noch zusammen, wie es zum Vereinsleben eben dazugehört. Auch ein Grund, warum für Sarah die Feuerwehr so wichtig ist: „In der Gemeinschaft für die Gemeinschaft da zu sein, ist wohl das Größte, was einem passieren kann“, sagt sie.